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WOHLEN / Dottikon 2

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Wie bereits beim ersten Bericht erwähnt: Es waren alle zufrieden, hofften, dass diese Börse auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird und vor allem – in diesen Räumlichkeiten! Diese Äusserungen sind für mich eine Bestätigung und Aufforderung; ich werde dem gerne nachkommen.

Hier noch zwei Anmerkungen, die ich mir in all den Jahren verkniff und ich überlegte mir auch jetzt, ob ich das hier schreiben soll? Aber ich tue es nun, weil es ja eher amüsant ist.

– Es kommt vor, selten zwar, dass sich Händler anmelden und dann unentschuldigt nicht erscheinen, der Tisch bleibt jeweils leer. Es folgt auch keine Entschuldigung in der Zeit danach (bei uns sagt man dem «mit dem Düsenjäger durch die Kinderstube»). Vielleicht hofft man, dass ich es übersah oder mindestens, dass ich es einfach vergesse. Und da vor allem diese Leute ihren Obulus immer direkt am Börsen-Tag entrichten, fehlt dann auch die Einnahme (die finanziellen Aufwendungen werden dadurch jedoch nicht kleiner).
– Und dann noch die Trittbrettfahrer. Wir haben beim Parkplatz- und dem wilden -Verkauf eine klare Regelung und doch taucht diese vom Anlass gratis-profitierende Spezies Mensch immer und immer wieder auf. Man läuft im Saal herum mit z.T. recht hochpreisigen Schildern unterm Arm und spekuliert, dass man sie darauf anspricht. Oder man steht mit dem Auto voller Schilder auf dem Parkplatz mit geöffneter Heckklappe und erklärt mir «ich will die Schilder nur zeigen, nicht verkaufen“.

Beides ziemlich seltsam, nicht wahr? Aber was solls, das Positive überwiegt bei Weitem!
Folgend noch ein paar Bilder.

DIE 24. SCHWEIZER BÖRSE, DIE ERSTE IN WOHLEN

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Was in Dottikon langsam Routine wurde, erwachte in Wohlen zu neuem Leben und setzte die lange Tradition dieser Börse fort. Es begann damit, dass lange vor der offiziellen Türöffnung für Händler und Earlybirds bereits Freunde der alten Reklame vor der Türe standen und um Einlass baten … man fühlte sich in alte Zeiten versetzt (!!!).

Ab 07.30 füllte sich der Saal langsam mit Schildern, Plakaten, Werbefiguren, Aschern und damit auch mit dem Leben, welches eine Börse ausmacht. Nicht zu vergessen auch mit Besuchern, die wie gewohnt Trauben um jene Aussteller bildeten, die am Auspacken ihrer Schätze waren und sie auf die Tische legten.
Was mich in diesen Momenten besonders rührte, waren die Bemerkungen von Ausstellern, die neuen Räumlichkeiten würden sie stark an die Edenkobener Börse erinnern. Und es dürfte sich tatsächlich um einen Bau aus der ähnlichen Epoche handeln … ich fasste das aber gerne als ein Kompliment auf …

Es war ein Fest! Natürlich sah man viele alte «Hardcore»-Sammler, aber auch ganz neue Gesichter. Die Kaffee-Bar (mit ausgezeichnetem Kaffee und frischen Croissants) wurde rege benutzt, es bildeten sich bisweilen sogar kleine Warteschlangen.
Im Laufe der Ausstellung machte sich eine grosse Zufriedenheit bemerkbar, bei den Besuchern wie auch bei den Verkäufern. Es gab jedoch auch da und dort Kritiken, die eher Anregungen waren, die ich gerne aufnehme und nächstes Jahr in die Ausstellung einfliessen lassen werde. Nächstes Jahr heisst übrigens: 11. November, gleicher Ort, gleiche Zeit.

Ein herzliches Dankeschön an alle die mitmachten, an die Händler und zahlreichen Besucher. Aber ganz besonders an meine Helfer, die mit mir gut gelaunt frühmorgens die Tische stellten und alles einrichteten. Auch an das Kaffee-Team, welches die Bar «im Nebenamt» bediente. Das sind alles uralte, liebe Freundschaften, die ich nicht missen möchte!

Alles ändert sich

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1. Stilhaus
Leider scheiterte die Idee des Stilhaus’. Nicht die Idee der Börsen in dieser wunderbaren Location sondern das Gesamtkonzept des Hauses.
Offenbar fand die Kombination von Design, Bauen, Renovieren und Gartenplanung zu wenig Resonanz. Dies bewog die Besitzer des Hauses den grössten Teil an das österreichische XXXLutz-Möbelunternehmen zu vermieten. Eine Weiterführung der Reklame-Börse ist nicht möglich, das Forum wird für anderes permanent gebraucht und – nb. – wäre es mir auch zu unsicher; es war ohnehin jedesmal praktisch ein Neuanfang, weil immer eine andere Person zuständig war.
Hier noch ein Tipp für Design-Interessierte Schnäppchenjäger: Bis Ende Oktober findet im Stilhaus ein Ausverkauf statt mit bis zu 80% reduzierten Preisen!

2. Börse Dottikon jetzt in Wohlen
Letzten November jährte sich die «Börse Dottikon» zum 23. Mal.
Das ist ein lange Zeit, teilweise mit Tiefen, aber mehrheitlich mit Höhen. Anfänglich war es ein Sammlertreffen und nach vielen Gesprächen entstand damals die eigentliche Börse.
Nun, nach über 20 Jahren fragt man sich manchmal, ob es nicht bequemer wäre aufzuhören(?). Es ist ja nicht mit wenig Arbeit verbunden (u.a. briefliche Einladungen, Inserate usw.) und die Unsicherheit der Händlerteilnahme drückt bisweilen auch etwas auf die Motivation.
Und ja, eigentlich wollte ich aufhören, informierte den Saalvermieter dahingehend. Aber ich rechnete nicht mit meinen treuen «Mitstreitern», die mich dazu aufmunterten, die Börse doch weiter zu führen (was mich sehr rührte).
Solche Situationen lösen immer auch eine allgemeine Standortbestimmung aus, in diesem Fall führte sie zu einem leicht attraktiveren Standort.
NEU ist die Börse in der grösseren Nachbargemeinde WOHLEN. Sie findet am Sonntag, 26. November statt, was ein bisschen spät ist, aber es war noch der einzig freie Saal-Termin (nächstes Jahr wird es etwa zwei Wochen früher sein).
Genauere Infos werden noch folgen.

Frankreich.

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Ich mag Frankreich, die Landschaft, die kleinen bis mittelgrossen Städte (natürlich auch Paris). Und was ich über alles liebe, sind die Bistros und Cafés, die in der Regel eine ganz eigene Atmosphäre haben. Da trifft man sich entweder frühmorgens zum Espresso oder gegen Mittag zum Apéro, (Letzteres ist bei mir gerne ein Ricard).
Kürzlich war ich wieder in einem solchen Bistro, welches mich schon von aussen geradezu anzog. Ich setzte mich, bestellte den Café und dazu ein Croissant, genoss die Zeit. Dann entdeckte ich an der Bar plötzlich Werbefiguren. Ich fragte, ob ich sie fotografieren dürfe, was natürlich erlaubt wurde, fragte aber bewusst nicht, ob die Figuren zu kaufen sind, denn ich meine, die gehören einfach da hin und machen einen Teil dieses Bistros aus.
Es sind keine Sensationen, aber ich will Euch gerne daran teilhaben lassen.

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STILHAUS IV

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Am Samstag, 1. April kommt bereits die vierte Börse im STILHAUS zur Austragung. Speziell ist dabei, dass wir in ihre sogenannten «Bau-Tage» eingegliedert wurden, das ist der grösste Event des Hauses und an diesen Samstagen werden erfahrungsgemäss zwischen 2000 und 3000 Besucher erwartet.
Die Grundidee, unsere kleine Szene einem breiteren Publikum bekannt zu machen, greift immer mehr. Aber natürlich treffen sich auch die eingefleischten Reklamefreunde!
Für all jene, die das noch nicht wissen: Das STILHAUS in Rothrist liegt direkt an der Hauptverkahrsachse der Schweiz, es ist problemlos erreichbar.

Es kommt eine geballte Ladung von alter Reklame auf uns zu:
– Am 23. März die Auktion von Marc Trapp in Alsdorf bei Aachen,
– am 1. April die STILHAUS-Börse in Rothrist und
– am 9. April die Börse Fellbach in Geislingen.
Man kann darüber diskutieren, ob das optimal ist, aber es ist auch immer eine Frage der Verfügbarkeit der Räumlichkeiten. Zudem tun sich nach meiner Auffassung diese Anlässe nur bedingt weh, sie sind zu weit auseinander (leider nicht zeitlich).

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SKA – CREDIT SUISSE

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Man kann sich darüber streiten, ob ein Emailschild einer Bank begehrenswert ist oder nicht, es wurde von diesen Instituten in den letzten Jahren viel Porzellan zerschlagen, das Image dürfte dadurch auf Jahrzehnte hinaus ernsthaft ramponiert sein.
Trotzdem kaufte ich an der letzten Dottiker Börse dieses Schild der SKA, was soviel heisst, wie „Schweizerische Kreditanstalt“.

Die Geschichte dazu, die werblich eigentlich wichtiger ist als das Schild:
Ende der 60er Jahre wurde in der Schweiz von dieser damals altbackene Bank ein Wettbewerb für Werber und Designer lanciert zur Kreation eines neuen Signets. Fast jeder Grafiker im Lande beteiligte sich daran, denn sie war damals eine der vier schweizerischen Grossbanken*. Der Wettbewerb wurde später in einem Buch gut dokumentiert. Es gewann ein hervorragender Entwurf eines abgewandelten Schweizer Kreuzes (in der Mitte des Schildes).

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In den 70er Jahren wurde das reine Signet zum Erscheinungsbild weiter entwickelt, sprich zum „Corporate Design (CD)“. Der Ausdruck stammt aus Übersee, dem Land mit den unbeschränkten Möglichkeiten, sie waren damals im „Advertising Art“ führend. Zum Signet wurde ein Logo beigefügt und (ganz neu) noch eine im Verhältnis definierte Farbenkombination. Das erste Grossunternehmen der Schweiz, welches ein solches CD konsequent umsetzte, war die Kreditanstalt (SKA). Plötzlich sah man „überall“ diese typische Farbgebung rot-blau-weiss, sicher erinnert sich die Generation ab 40 noch heute an die omnipräsenten rot-weiss-blauen Wollmützen auf unseren Skipisten.

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Es war eine tiefgreifende grafische Revolution zur visuellen Identifikation einer Firma. Heute sind „Corporate-Designs“ weit verbreitet, jede Firma die etwas auf sich hält, lässt sich von einem Profi diese Identität massgeschneidert verpassen (mittlerweile kommt bei den Identities noch ein Claim und/oder Erkennungsmelodie dazu).
Auf einem Emailschild habe ich dieses damalige Design der SKA noch nie angetroffen, es dürfte ein Einzelexemplar sein, komplett schabloniert, tiefes Relief, in makellosem Zustand. Das Trägermaterial ist sehr schwer und so wie es aussieht ist die Wölbung von Hand gehämmert.

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* Heute existieren in der Schweiz nur noch zwei Grossbanken:
– Die UBS, Union de Banques Suisses, hervorgegangen aus der Fusion von 1997 mit der schweiz. Bankgesellschaft und dem Bankverein. Die Leitung der Bank war offenbar massgeblich am Grouning der Swissair schuld, musste 2008 aber selber mit Steuergeldern über 68 Milliarden Franken gerettet werden.
– Die frühere SKA wurde auf Credit Suisse umbenannt (CS), sie schluckte 1993 die schweiz. Volksbank und 1995 die Neue Aargauer Bank.

DIE ZUFÄLLIGE JAGD NACH MAJA

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Die Pfade in die Jagdgründe.
Wenn ich jeweils einen Weg über hunderte von Kilometern unter die Räder nehme, um an einer Auktion oder Börse teilzunehmen, ist es mir ebenso wichtig, die vielen sympathischen Sammler zu treffen oder vorab gute Bekannte besuchen zu dürfen … in der Hoffnung, dass sie mich auch gerne empfangen.
Kürzlich war dem wieder so, ich hatte abgemacht in einer mittelgrossen, traditionsreichen Stadt. Und da möchte ich kurz ein Loblied auf die Navi-Technik los werden, die mich jeweils problemlos durch das Strassen-Wirrwarr führt, punktgenau zur eingegeben Adresse. Wie fand ich das früher bloss mit einer Stadt-Karte? Mit Anhalten, mit Rückwegen, Einbahnstrassen, Umleitungen – ich kann mir das gar nicht mehr vorstellen!

Die Wohnung der Träume.
Ich parkierte in einem Stadtquartier, welches im ersten Viertel des letzten Jahrhunderts entstanden sein dürfte, drei- bis vierstöckige Gebäude mit Backsteinfassaden und den damals noch üblichen drei Meter hohen Räumen. Die Wohnung war sehr geschmackvoll renoviert und eingerichtet, gekonnt modern mit alt kombiniert. Und die weissen Wände waren mit Emailschildern wunderbar geschmückt, mit Schildern, bei deren Anblick mir das Wasser im Munde zusammen lief – und sie sind so präsentiert, wie ich es liebe, nicht überladen, mit viel Raum.
Natürlich hatten die Bewohner in einer Abstellkammer auch ein kleines „Verkaufslager“, welches ich gespannt durchblätterte. An einer Wand lehnten etwa ein halbes Dutzend grossformatige Email- und Blechschilder. Schon auf den ersten Blick erspähte mein geübtes Auge ein Exemplar durchblitzen, welches zu meinen Träumschildern zählt; ich berichtete hier bereits einmal über eines, aber nur spasseshalber *.

Der ewig ökonomische Aspekt.
Wie bei den meisten Sammlern ist bei mir die finanzielle Lage permanent angespannt, oder gar ausgeschöpft. Ich fragte aber trotzdem schüchtern, ob ich das Exemplar freilegen dürfe, einfach um es anzuschauen, man sieht so eines nämlich nicht alle Tage. Da stand es nun, ich streichelte das tiefe Relief und wir genossen den Anblick, so wie andere ein Fernsehprogramm schauen. Man liess mich dann alleine in meiner Welt der Träume und die Gedanken in meinem Kopf überschlugen sich. Irgendwann musste ich jedoch zurück in die Wirklichkeit und ich erdreistete mich, die Frage zu stellen, wo denn das Schild preislich anzusiedeln sei?

Die Freude über ein neues Schild.
Nun, um die Sache etwas abzukürzen, wir verhandelten relativ kurz und freundschaftlich, ein Schild wurde noch an Zahlung genommen, beide waren einverstanden, Handschlag! Wir besuchten danach ein italienisches Restaurant und ich wählte ein günstiges, aber hausgemachtes „Tortellini alla panna“, (weil ich ja nun sparen muss … smile), es schmeckte mir vorzüglich. Frisch gestärkt, war dann der Transport des schweren Dings über die Treppen auch kein Problem mehr.

Allgemeines über MAJA.
Die Gestaltung von Ludwig Kübler ist für mich sehr anmutig, sie sagt mir mehr zu, als die gleichaltrigen, naiven Motive (um 1900). Die bläulichen Farben sind nicht schreiend und sehr schön aufeinander abgestimmt, und voll erhalten. Alles ist schabloniert. Stellenweise ist das Schild restauriert, wie alle fünf bis sechs bekannten Exemplare (mit einer Ausnahme). Die Wölbung ist extrem tief, mit leicht auslaufendem Rand. Ca. 80 x 125 cm. Siehe auch Maurer-Katalog, Seite 14; Dorotheum 2. November 1994, Pos. 533; Zacke Auktion 18. Juni 1996, Seite 57.

* http://www.schilderjagd.de/fellbach-4-spaetlese/#comments

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23. DOTTIKON II

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Beginnen wir mit dem Kleinen:
Natürlich ist die Börse Dottikon nicht vergleichbar mit derjenigen von Edenkoben, sie ist um etliches kleiner, aber dadurch vielleicht ein wenig herzlicher, persönlicher. Seit Jahren trifft sich hier ein Stamm von Händlern und Sammlern, wobei die Ersteren ohnehin alle auch Sammler sind.
Für mich als Organisator ist sehr wichtig, dass auch kleinere Dinge angeboten werden, denn es kommen auch Besucher, die nicht mehrere hundert Franken ausgeben wollen. Und solche Dinge hat es in grosser Anzahl. Reklame-Kartons, alte Briefköpfe, Dosen, Aschenbecher, Display und Schilder im „bezahlbaren“ Bereich.
Der Hammer diesbezüglich waren dieses Jahr (in meinen Augen) ein paar Schokolade-Kleinigkeiten aus dem Hause Suchard. Die beiden Schachteln mit aufklappbarem Deckel sind für Präsentationszwecke eines Aussendienstmitarbeiters. Die Schokolädchen sind nicht echt, sehen aber aus zum Dreinbeissen, so verführerisch frisch wie anno dazumal.

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23. DOTTIKON

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Zusammenfassend und auf einen Kurznenner gebracht:
Es war gut, – mit einem Wermutstropfen.
In Sachen Angebote war es ein Rekordjahr. So viele Tische und so viel Ware waren es noch nie. Die Besucher strömten ab 7.30 Uhr hinauf in den ersten Stock, wo die Aussteller teilweise noch immer am Bestücken der Ausstellungsflächen waren. Jetzt wurde wieder gekauft, getauscht, verkauft „ohne Ende“ und viele Objekte wurden, kaum waren sie auf den Tischen, von den neuen Besitzern glücklich wieder hinab in ihr Auto transportiert, – um wieder auf ein neues Stöbern herauf zu kommen. Die ganze Reklameschweiz war unter sich, aber auch einige aus dem nahen (und fernen: Belgien!) Ausland traf sich wie alle Jahre im November mitten in der Schweiz. In dieser Zeit ist der Organisator jeweils sehr sehr glücklich, es sind ja die Früchte seiner Arbeit, denn von alleine passiert so etwas nicht.
Leider wurde dieser Organisator eine Woche (!) vor der Börse mit einer unliebsamen Überraschung konfrontiert: Parkplatzverkauf vom Hotelier untersagt! Sie hätten an diesem Sonntag viele andere Gäste und bräuchten alle Parkplätze. Ich versuchte, alle regelmässigen Kofferraumhändler zu erreichen, was nicht einfach war, weil nicht alle eMail-Adressen vorhanden sind und telefonisch weiss man ja, wie schwierig das heute ist. Enttäuschungen waren deshalb vorprogrammiert. Die meisten zeigten Verständnis, da man auf den Bahnhofplatz ausweichen konnte, aber manche Kommentare waren nicht sehr „erbauend“, wofür ich umgekehrt auch ein gewisses Verständnis hatte.
Nach 12 Uhr mittags (High Noon … smile), nahm das wilde Treiben langsam ab und die „Belegschaft“ ass dann traditionsgemass miteinander am langen Tisch zu Mittag. Da werden jeweils die ersten Résumées gezogen, die zum überwiegenden Teil positiv ausfielen.
Danach folgte die ruhigere Zeit, da kommen jeweils die gemässigteren Besucher, die man nicht so kennt, bei denen sich der Virus der alten Reklame zuerst festsetzen muss. Da hat man die Musse, eingehendere Gespräche mit ihnen führen und natürlich werden auch „unter uns“ die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht.

Berichte mit Bildern folgen, – – – vorab:
Dieses Kleinod wurde in Dottikon gesichtet …

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DOTTIKON die 23.

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Bereits kommt die Dottiker Börse zur 23. Austragung!
Es ist damit eine der ältesten der noch existierenden Börsen für „Alte Reklame“.
Für viele deutsche Besucher ist es aber immer noch so eine Art Geheimtipp, findet man in Dottikon doch regelmässig bis dato unbekannte Schilder, die irgendwo in den Alpen aufgetaucht sind.
Die Atmosphäre ist einmalig, man führt bei einem Kaffee oder Bier „Fachgespräche“, oder isst zusammen zu Mittag.
Wenn jemand am Vorabend eintreffen will (ohne Handel, aber gemeinsames Nachtessen), kann sich im Hotel Bahnhof zu günstigen Konditionen ein Zimmer reservieren: Familie Schmid, Telefon 0041 56 624 1066.
Wir freuen uns auf viele Besucher!

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Nun wird aber übertrieben (?)

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https://www.ricardo.ch/kaufen/sammeln-und-seltenes/reklame-und-werbung/schilder/emailschilder/emailschild-suchard-velma-schokolade/v/an864353442/

 

Schweizer Schokoladeschilder sind in der Regel teuer. Nicht nur die grafischen Schilder, auch diejenigen mit auschliesslich Schrift haben kräftig angezogen.
Mir scheint, dass man nun aber übertreibt. Das auf RICARDO angebotene VELMA, nicht in einem perfekten Zustand, hat ein Limit von 3456 Franken und einen Sofort-kaufen von 7850!
Was meint die Gemeinde?

Fundgrube Edenkoben

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Die Franzosen gestalteten ihre Bierschilder ziemlich unterschiedlich zu den Deutschen oder den Schweizern. Im Gegensatz zu unseren Motiven, die in der Regel sehr bieder ausfielen, waren die französischen vielfach enthusiastisch, in der Aussage: „Seht her, unser Bier ist das Beste!“. Analog zur „Grande Nation“ haben sie auch entsprechende Formate, die viel Platz beanspruchen.
Zwei typische Beispiele dazu sind das ARDENNAISE (welches seltener auch die Bezeichung SEDAN aufweist) und das CHAMPIGNEULLES. Das erstere ist schon sehr lange in der Sammlung, aber der Traum war schon immer das Pendant dazu, welches ich nun endlich in Edenkoben fand (wichtig war mir dabei, es in natura zu sehen und auch den Transport selber übernehmen zu können).
Das Motiv zeigt einen Champion als Löwenbändiger. Der Lorbeerkranz weist auf das römische Reich, bei dem damals in den Arenen die menschenverachtenden Löwenkämpfe stattfanden. Es könnte jedoch auch die griechische Mythologie gemeint sein. Herkules und Amor sind beide im Zusammenhang als Löwenbändiger erwähnt. Vielleicht sollte jedoch nur der Homo sapiens dargestellt werden, der den König des Tierreiches besiegt.
Diese Schilder sind oft partiell ausgebleicht, siehe z.B. das Champigneulles im Maurer-Katalog. Aber dieses ist farblich einwandfrei, die Abbildung ist im Gelb leicht überzeichnet, in natura ist der Hautton natürlicher.

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EDENKOBEN DIE 13. /3

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Was auch wichtig ist: Literatur, und davon hatte es reichlich, u.a. einen kompletten Satz Micky-Waue-Kataloge, für Einsteiger ein Fundus von Informationen und ein informativer Querschnitt der Reklamewelt fast von Anfang an!

Für Wolfgang ist die Dreizehnte Auflage von Edenkoben Geschichte. Er hat es mit seiner Familie und dem ganzen Team wieder geschafft, uns zwei tolle Tage zu bescheren. Herzlichen Dank an alle für die Organisation!

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Edenkoben 2

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EDENKOBEN DIE 13. /2

Auch wenn Unkenrufe immer wieder behaupten, Reklame-Börsen und andere -Treffen seien tot: Es ist schlicht und einfach nicht wahr!
Am Sonntagmorgen bildet sich jeweils vor dem Hintereingang bereits ab 7 Uhr eine stattliche Menschentraube von Earlybirds. Es werden dabei bereits vorsichtig die ersten Kisten durchgeblättert und Kofferräume bewundert. Und alle warten, bis die Kirchenglocke acht Mal schlägt. Dann ist Arbeit angesagt und es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Ware in den Saal hinauf transportiert wird. Bewundernswert sind vor allem jene Händler, die dutzende von niedlichen Dingen ausstellen, die in der Regel für kleines Geld zu haben sind: Dosen, Aschenbecher, Zahlteller, Figuren und vieles mehr. – Um zehn Uhr folgt dann nochmals eine Menge Leute (mit normalem Eintritt von 5 Euro, was eher wenig ist) und dann wird gehandelt, verhandelt, getauscht, fachgesimpelt, verkauft, gekauft.

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EDENKOBEN DIE 13.

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Dass die „13“ nicht immer Unglück bringt, zeigte einmal mehr die 13. Börse von Edenkoben. Laut Veranstalter hatte er noch nie soviel Tische vermietet wie heuer. Gratulation! Es ist wohl die grösste Veranstaltung für uns Freunde (und Freundinnen) der alten Reklame und sie ist aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Ebay in Ehren, aber der unmittelbare Kontakt zu anderen Sammlern, die Gespräche, das Fühlen der Schilder … das ist durch nichts zu ersetzen.
Ganz wunderbar ist jeweils der Samstagnachmittag, wo sich erst etwa ein Drittel der Aussteller trifft. Da hat man „ewig“ Zeit sich einzurichten und natürlich kann man auch schon mal die Fühler zu interessanten Objekten ausfahren. Persönlich war ich dieses Jahr mein Geld schon an diesem Nachmittag los. Einerseits zahlt man dafür in diesen Situationen vielleicht etwas mehr, aber andererseits ist man auch sicher, es wirklich zu bekommen.
Am Sonntagmorgen fährt dann der Trouble total ab, wenn die Tür wie jedes Jahr pünktlich um acht Uhr geöffnet wird. Da wird unendlich viel Metall angeschleppt und man fragt sich, woher alle diese Sammler und Händler diese Ware wieder aufgetrieben haben? In diesen Minuten ist echt Stress angesagt (aber alles positiv), denn niemand will etwas verpassen und viele entdecken schon lange gesuchte Objekte. Und gleich beginnt die Evaluation, welches Stück man denn nun prioritär behandeln soll?

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Werbebotschaften alter Reklame II

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Mit Erlaubis von Harald (Emir) darf ich noch zusätzliche textliche Werbung zeigen. Ist ja seine Idee.
Aus meiner Sicht ist es sehr interessant, was meine Kollegen der Frühzeit schrieben.
«Für alle Wäsche» sagt wirklich alles. Mit «modernstes Waschmittel» sagt Ozonil immerhin, dass man mit dem Kauf zu den modernen Menschen gehörte. Beim Chlorodont spielt natürlich auch die Dame der arrivierten Gesellschaft eine Rolle. «Eiskalt(-es)» Cocoa-Cola war zu jener Zeit noch längstens nicht in jedem Haushalt üblich. Und Maggi war offenbar schon sehr schnell «altbewährt». Die Weber-Zigarren sind keine Halsrechen sondern «fein und mild», ein überzeugendes Argument.
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Vaterländische Versicherung

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Zugegeben, es ist kein Motiv von «Weltruf», welches wilde Begehrlichkeiten von Sammlern hervorruft. Trotzdem fiel es mir schon ein paarmal im Internet auf, obwohl ich keine Versicherungsschildern sammle. Da wird für eine – welch hehre Bezeichnung – Vaterländische Volksversicherung geworben und zwar für alle Stufen des Lebens. Zudem liest man, dass der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit besteht, d.h. auf dem eigentlich alle Versicherungen und Krankenkassen aufgebaut sein müssten. Heute sind sie, nebenbei bemerkt, nur noch ein riesiges Geschäft.
Für den Gestalter stellte sich die Frage, wie man eine derartige Aussage darstellt? Er löste die Aufgabe mit Bravour! Abgebildet sind drei Generationen männlichen Geschlechts, ein Junge, ein Mann mittleren Alters und ein Greis. Sie sind quasi geschützt in einem Kreis, der wohl auch die Gegenseitigkeit symbolisiert. Die Köpfe sind auf das wenigste abstrahiert, diagonal in einen weissen und schwarzen Hintergrund gesetzt. Die Altersstufen sind vollständig und plakativ auf den ersten Blick erkennbar, eine grafisch absolute Meisterleistung – und dies war der eigentliche Grund für den Erwerb.

Ausschnitt

Gesamt

HISTORISCHE REKLAME Stilhaus 5. März 2016 / III

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Diese beiden französischen Damen begrüssten und verabschiedeten alle unsere Besucher.
Das Mutzig ist eines der seltensten französischen Bierschilder, die Damen sind meistens etwas verbleicht, aber diese hier sind in voller Farbkraft erhalten geblieben! Höhe etwa 150cm.

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Anmerkung.
Ich danke allen Sammler-/Händler-Kollegen fürs unentwegte Mitmachen und Mithelfen. Wir sind mit dieser Börse ja ein wenig Pioniere, denn wie sich diese Idee weiter entwickelt, wissen wir nicht so genau, es ist spannend, wobei von der ersten bis zu dritten Austragung von Mal zu Mal ein klarer Aufwärtstrend zu beobachten ist.

 

Stilhaus 5. März 2016 / I

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HISTORISCHE REKLAME
Stilhaus 5. März 2016 / I

Die Börse ist zwar immer noch nicht sehr gross, aber die besten (Sammler-)Händler mit guten Schildern – aber auch solche mit nettem Reklame-Krimskrams – waren vollzählig anwesend.
Und, die Ausstellung war noch nie so gut besucht wie dieses Mal! So zwischen 10 und 12 Uhr hatte es richtig viele Leute und es wurde rege verkauft, gekauft und getauscht. Aber das wirklich absolut Positive war, dass die Idee der Öffnung des Sammlerkreises langsam greift. Am Nachmittag kamen immer wieder und regelmässig Leute, deren Gesichter uns alten Hasen völlig unbekannt waren! Natürlich kaufen solche nicht gleich Schilder im 4- oder 5stelligen Bereich, aber vielleicht finden sie mit einem kleinen Artikel den Einstieg in die Materie. Bei vielen macht man auch die Feststellung, dass sie von diesen Schildern schon gehört oder gelesen haben, aber in natura noch keines live sahen … und sie sind in der Regel überrascht, wie die anders wirken, als gedruckt in einer Zeitschrift.

Manchmal brauchen neue Wege mitunter etwas Zeit zum sich entwickeln.
Folgend ein paar Impressionen der Börse (in drei Schritten)

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Neue Zürcher Weihnachts-Brocante

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Seit fast 40 Jahren fand sie jährlich statt, die Zürcher Weihnachts- und Sammler-Brocante. Früher war sie in alten Hallen domiliziert und es traf sich dort jeweils «halb Europa». Auch die Schilder-Szene war damals immer gut vertreten, weil es noch ausgiebige Jagdgründe waren.
Wie in Städten mit grossstadt-Anspruch wurden die alten Hallen jedoch abgerissen, das Land war zu wertvoll und auf der gegenüberliegenden Strassenseite entstand eine neue Halle. «Steel And Glass» sang einmal John Lennon, zwar nicht für dieses Gebäude, hätte aber sein können.
In den Anfangszeiten waren darin acht (!) Hallen durch die Brocante besetzt, d.h. vier Stockwerke à zwei Hallen. Die Tisch-Meterpreise wurden jedoch massiv erhöht, das Parkhaus war – wie in Zürich üblich – enorm teuer und ein dummes Einrichtkonzept schrieb den Ausstellern vor, wann sie genau einrichten durften. Wohl fühlte sich darin niemand, die Aussteller schon gar nicht, aber auch die Besucher. Und so bröckelte die Ausstellung von Jahr zu Jahr, bis im Jahr 2014 nur noch eine und eine halbe Halle besetzt waren. Und letztes Jahr wurde die altehrwürdige Zürcher Weihnachts-Ausstellung zu Grabe getragen.

Nun haben aber initiative Leute etwas Neues auf die Beine gestellt, was mich sehr freut. Neu findet die Ausstellung in einer Maag-Halle statt, sie liegt in einem alten Industrie-Quartier Zürichs, wo sich auch das Steinfels-Areal befindet.
So wie es aussieht, ist darin die Zeitschrift SAMMELN involviert und ich möchte Euch das Inserat dazu zeigen.

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NESTLÉ-MUSEUM

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Es gibt Firmen, die scheren sich einen Deut um ihre Vergangenheit. Und es gibt solche, die ihre Geschichte pflegen und gerne auf ihre Wurzeln zurück blicken.
Vermutlich wurden bei den Ersteren die obersten Etagen mit der Zeit durch ein reines Renditedenken abgelöst, sogenannte CEOs (Chief Executive Officer) und PMs (Productmanager) übernahmen das Zepter. Bei den Zweiterwähnten wird, wo möglich, immer noch die Kultur des Patrons gelebt. Die Identifizierung mit dem Unternehmen – und auch die Loyalität – ist da wahrscheinlich um Einiges höher gewichtet.
Ein Paradebeispiel für traditionelles Denken ist Nestlé in Vevey, am Genfersee. Sie feiern dieses Jahr ihr 150jähriges Bestehen und zu diesem Anlass wird auch das «Nest», ein grosszügiges Museum eröffnet. Ich wette, dass da auch alte Werbung, u.a. Emailschilder, ausgestellt werden.

https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz

«Schweiz am Sonntag» 17. Januar 2016 (auf den Link klicken, dann wirds lesbar)

http://www.bilder-hochladen.net/files/big/kp1v-e2-e272.jpg

SaS Nestlé

IM AUTO ÜBERS LAND 3 (frei nach Erich Kästner, Schluss)

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Marcel John hat auch ein vielseitiges Angebot in Sachen älteren Transportmitteln.
Ist das «Ice-Cream»-Motorrad nicht der Hammer? It’s like a sunny afternoon in the central-park!
Als Junge hätte ich immer gerne einen Auto-Scooter gehabt, – der hier wäre, wenn er etwas restauriert wird, im Wohnzimmer ein Traum! Natürlich braucht man auch den grosszügigen Platz dazu.
Das originelle Motobécane-Schild könnte Werbung sein für die guten alten Velo-Solex.
Dann das Dapol-Blech, ich sah das zum erstenmal live, der Indianer ist ein Gedicht, sehr sehr schön!

Und zu guter Letzt trifft man an solchen Orten immer auch alte Freunde. Bei einem Glühwein tauscht man die neuesten Neuigkeiten aus, … was war in Friedrichsdorf?, usw. … es war ein geglückter Nachmittag, danke Marcel, danke Alex, danke Sergio!
Hier nochmals die Mobiltelefonnummer von Marcel John: 079 298 53 19 (international 0041 79 298 53 19).

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IM AUTO ÜBERS LAND 2 (frei nach Erich Kästner)

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Der erste Teil war etwas dosen-lastig, aber Dosen sind auch ein interessantes Sammelgebiet. Sie werden meines Wissens schon länger gesammelt, als Schilder.
Auf dem ganzen Gelände gibts immer wieder etwas zu entdecken, man muss zwei- oder dreimal eine Runde drehen. Für Käufer gab es in der geheizten Garage gratis Glühwein mit Kuchen. Nichtkäufer bezahlten dafür, was ihnen richtig erschien … eine Vertrauens-Einstellung der Familie John, welches nicht enttäuscht wird.

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IM AUTO ÜBERS LAND 1(frei nach Erich Kästner)

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Da fährt man nichts Böses ahnend durch die Landschaft, genauer durch das Aargauer Fricktal … man wählt nicht immer die schnelle Autobahn, weil es da je länger je mehr nur noch Schallschutzwände zu bewundern gibt. Dadurch geht alles ein wenig bedächtiger, manchmal – ehrlicherweise – auch mühsamer, wenn vorne ein LKW langsamer als die erlaubte Geschwindigkeit vor sich hin donnert. Aber da das Wetter auch noch mitmacht, kann man das trotzdem richtig geniessen, man muss sich ja nicht immer beeilen, vor allem an einem Samstag nicht.

Doch ! ! ! – Was erblickt mein geübtes Auge am rechten Strassenrand? Doch wieder Stress! Da liegen und stehen Schilder, alte Benzin- und Oelreklame. Natürlich kann ich nicht abrupt abbremsen, hinter mir folgen noch Autos, für die das alte «Gerümpel» nicht so wichtig ist. 100 Meter weiter vorne kann ich aber (endlich) bremsen und parkieren. Schnellen Schrittes spaziere ich zurück und erlebe Überraschendes!

Der Besitzer und Händler des Sammelsuriums heisst Marcel John. Er handelt mit solchen Dingen offenbar schon seit «Urzeiten», was ich nicht wusste, aber er war schon öfters an der Börse in Dottikon.
Falls Ihr mit ihm Kontakt aufnehmen wollt: Die Öffnungszeiten sind unregelmässig, da er viel unterwegs ist und man ruft vor einem Besuch vielleicht besser an. Er gibt auch gerne Auskunft, wenn man etwas Spezielles sucht, denn er hat nicht nur ein riesiges Lager sondern weiss auch, wo was zu finden ist. Telefon Mobil: 0041 79 298 53 19.
Mit Erlaubnis von Marcel machte ich ein paar Bilder, ich wünsche Euch viel Spass. Da es viele Bilder sind, folgt noch ein zweiter und dritter Teil.

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Waadtländerhalle Olten 3

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Das Bild mit zwei absoluten Seltenheiten: Brauerei Davos und das Warteck-Bier mit der Fabrik-Silhouette des Backsteingebäudes. Links das Baselbieter «Ziegelbräu» mit dem roten Baslerstab und dem Ziegel in der Mitte. Das Schild mit dem Zwerg kommt aus der Innerschweiz, Baar, Kanton Zug.
Wer von uns möchte sich da nicht gleich hinsetzen und ein Bier geniessen?

27. Ansicht innen

Hier wird die Atmospähre des Lokals gut eingefangen.
Halblinks die zwei grafisch sehr gut gestalteten Gurten und Felsenau. In der Mitte das blaue Warteck, welches in gutem Zustand kaum mehr zu finden ist. Und ganz rechts das Löwengarten (siehe ein früherer Bericht davon).

Athmosphäre

Das einzige nicht-schweizerische Bier hängt in der Keller-Bar.
Moretti, das Bier aus dem Friaul mit dem Herrn der sein Sonntagsbier geniesst, aaaahh, der erste Schluck ist immer der beste!

moretti

Waadtländerhalle Olten 2

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Die frühe Fassade erzählt einiges, u.a., dass es nicht nur eine «Wirtschaft» war, auch eine Weinhandlung.
Neben dem Schweizer Wappen zieren die Wand der Kanton Waadt (liberté et patrie), die Stadt Olten und der Kanton Solothurn.

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Eigentlich müsste man diese Bilder alle einzeln veröffentlichen. Die Dichte und Komplettheit der Sammlung ist in der Schweiz wohl unerreicht.
Eines meiner Lieblings-Bierschilder ist das Luzerner, hier in seinen beiden bekannten Varianten. Seltenheiten sind das Stocken-, Uster- und Locherbier. Wobei gute Schweizer Bierschilder allesamt etwas rar wurden.

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Das Salmenbräu aus Rheinfelden wurde irgenwann von Feldschlösschen einverleibt und das Basler gibts meines Wissens schon lange nicht mehr. Das Müllerbräu blieb immer selbständig bis heute. Es auch im Hotel/Restaurant Bahnhof in Dottikon ausgeschenkt (das ist dort, wo jeweils die Börsen stattfinden).

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Feldschlösschen war das Schweizer Bier schlechthin. Das Unternehmen kaufte alles zusammen, bis es in der Schweiz fast nur noch diese Marke gab. Und als es nichts mehr zu kaufen gab, wurden sie selber verkauft an Carlsberg. Dies löste letztlich einen grossen Boom an Neumarken aus und die Feldschlösschengruppe verliert laufend an Marktanteilen.

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Waadtländerhalle Olten 1

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Die Altstadt von Olten (Kanton Solothurn/Schweiz) beheimatet eine wunderbare Beiz. Das Wort «Beiz» steht übersetzt in etwa für «eine gemütliche Kneipe mit gutbürgerlicher Küche».
Sie wurde im Laufe der Jahre zum Kultrestaurant der Stadt. Und das ganz besondere ist: Sie beherbergt die umfangreichste Bierschilder-Sammlung der Schweiz mit einer Dauerausstellung. Diese Schilder verleihen den Räumen eine einmalige Ambiance – wissen wir ja alle – und wenn es einen idealen Ausstellungsort für Bierschilder gibt, dann ist es sicherlich eine solche Beiz. Wenn man sich als Schilderfreund einmal in der Nähe aufhalten sollte, dann ist ein Besuch eine eigentliche Pflicht.

http://waadtlaenderhalle.jimdo.com

Im Sommer wird die Beiz zum Boulevard-Café Vaudoise.

Bier, Bier, Bier!

Vaudoise

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Das Produkt zum Schild.

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Mir gefallen die Artikel «Das Produkt zum Schild», weshalb ich auch einmal einen Beitrag dazu liefern möchte.

Die Schweiz ist ja ein Schokolade- und Uhrenland. Schokoladeschilder sammelt hier fast jeder, der eine mehr, der andere weniger. Die wohl eindrücklichste «Schoggi»-Sammlung kann man hier auf dieser sehr schön gestalteten Website bewundern:

http://www.r-egloff.ch

Uhren werden etwas weniger gesammelt, wobei ich damit nur die Schilder meine. Uhren als Produkt zählen in der Schweiz zu den wichtigsten Sammelgebieten. Es gibt viele Börsen, Auktionen und Sammlertreffen. Wobei man sich gerne – wie überall – auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert, sei es eine Marke, Taschenuhren, Skelettuhren, Chronometer usw.. Eine der beliebtesten Marken ist die IWC (nicht etwa Rolex), sie ist eine sehr robuste Uhr. Mit der «Da Vinci», mit ewigem Kalender, brachte sie einen der ganz grossen Klassiker der Neuzeit auf den Markt.

Eine der traditionsreichen, mittelgrossen Marken ist die Zenith. Um etwa 1975 kaufte ich mir die abgebildete Uhr. Für kleines Geld, denn Taschenuhren waren in jener Zeit völlig ungefragt. Ich trug sie ein paar Jahre «gesichert» an einer Kette in der Tasche (daher Taschenuhr … smile), aber irgendwann legte ich sie in eine Schublade. Kürzlich fiel sie mir wieder in die Hände, ich liess sie revidieren und nun läuft sie wieder wie am ersten Tag.

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Diese Messing-Papierklammer schenkte mir vor vielen Jahren ein guter Freund, der bei mir zu Hause das Schild hängen sah, das sind immer schöne Zufälle, er hatte keine Verwendung dafür.

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Und nun noch das Schild.
Für mich eines der schönsten Uhrenschilder überhaupt. Der Gestalter ist kein Unbekannter: Jean d’Ylen. Er war ein Meister seines Fachs. Man sagt, dass bei dieser Abbildung der griechische Gott Chronos aus der Uhr steigt, eine fabelhafte Idee! Das Schild hat das Format 50 x 70 cm und ist gewölbt. Es ist seit mindestens 25 Jahren in meinem Besitz, allerdings mit einem Unterbruch von etwa vier Jahren, – – verkauft (Schande über mich!), aber reumütig wieder zurück geholt … nun bleibt es da.

Zenith

TUNGSRAM-Traum (um 1928)

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Es wurde auf dieser Site vor Kurzem darüber diskutiert, ob im Ebay nur noch Schrott angeboten wird, bzw., ob die Zeit der wirklich guten Schilder endgültig vorbei sei, da sie wohl alle in Sammlungen fest integriert sind.
Meines Erachtens tauchen sowohl im Internet wie auf Börsen immer mal wieder echte Highlights auf! In Edenkoben war das Angebot an guten Motiven wie Jahr für Jahr wieder reichlich. Selbstredend haben sie leider auch ihre Preise, aber was rar ist, ist auch begehrt, kostet eben.

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An der sonntäglichen Börse konnte seit sehr sehr langer Zeit wieder einmal dieses Tungsram-Traumschild bewundert werden. Eine Grafik, die zum Besten der emaillierten Reklame zählt, es gehört sicherlich zu den top-25-Schildern! Dementsprechend gross war das Interesse daran, es gab kaum jemanden im Saal, der es nicht mindestens einmal in den Händen hielt.
Für mich ist das Plakat-Werbung schlechthin. Ein Blick genügt und man weiss, um was es geht. Der grafische Aufbau und die Dynamik der Komposition ist im Bereich Autolicht wohl unübertroffen. Die Illustration ist surrealistisch und was dieses Phantom-Auto damals beim Betrachter für Sehnsüchte auslöste, kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Die Hintergrundfarben sind excellent gewählt, fast im komplementären Kontrast.

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Das Schild ist in der Birne von Lucky (ein früh-Sammler) sichtbar, aber gut restauriert, Ø ca. 30mm. Und ebenso an den beiden unteren Ecken, dort aber sehr marginal, je rund 1-2cm2, Letzteres hätte man nach meiner Auffassung eigentlich lassen können. Ein Foto vom ursprünglichen Zustand war auch vorhanden, vorbildlich, kann man dazu nur sagen, eigentlich zwingend in dieser „Liga“ von Schildern (und da sah man, dass auch der Schaden in der Birne nicht zwingend hätte korrigiert werden müssen).

Mit Erlaubnis des Verkäufers darf ich hier Bilder davon veröffentlichen. Das Schild stammt aus einer früh-Sammlung, die Partnerin des Sammlers wollte es jedoch nicht mehr an seinem angestammten Platz anschauen müssen … und bevor man teure Scheidungen finanzieren muss, verkauft man das geliebte Schild besser … smile.
Weil es am Nachmittag anscheinend den Besitzer gewechselt hat, noch eine Bitte: Aus Rücksicht auf den Käufer hier keine Preisangaben machen von jenen die wissen, wie es angeschrieben war, danke.
Die Bilder sind einfach nur zum Geniessen … die Tungsram-Werbemotive sind durchs Band sensationell!

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Literatur:
Katalog Andreas Maurer 1986, Seite 78
Katalog Waue-Auktion 1999, Lot 914

EDENKOBEN ist eine Reise wert.

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Mit einem Sammlerkollegen fuhr ich samstags um die Mittagszeit während rund zwei Stunden in seinem Cabrio durch die märchenhafte Gegend rund um Edenkoben. Wir genossen es in vollen Zügen – ja, ich denke, so entstehen Freundschaften.
Gepflegte, kleine Städtchen, grüne, saftige Landschaften und – Reben, Reben, Reben, wohin das Auge reicht. Und auf freundlichen Weingütern wird man zum freien Degustieren mit wunderbaren Weinen eingeladen!

Von einem Aussichtspunkt das malerische Maikammer.

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Zurück trifft man sich vor dem Einrichten zum Kaffee mit Kuchen, Wurstsalat oder einem grossen Eis. Natürlich finden bereits die ersten Fachgespräche statt – aber auch über „Gott-und-die-Welt“-Themen wird diskutiert … dann, kurz vor 15 Uhr, wird die Szenerie unruhiger, bezahlen bitte!
Pünktlich wird uns die „heilige Halle“ durch Wolfgang zugänglich gemacht, ein Strom von beladenen Wagen wird einer nach dem andern in den Lift gefahren, man sieht schon den einen oder anderen Favoriten, fragt sich, was wohl die preisliche Ansage ist?

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Kam, sah und kaufte es.
Dieses Hammer-Hinweisschild erwarb ich, kaum gesehen, gleich am Samstagnachmittag während des Einrichtens.
Es stammt mit Sicherheit aus dem Zeitraum der Jahrhundertwende 19./20. Jh..
Die Schrift ist schabloniert, in seltenem Olivgrün, mit Gold-Linierung. Noch in der alten Schreibweise, Toilette mit zwei L. Der Rahmen ist sehr früher Jugenstil, von Hand gemalt.
Zugegeben, „nur“ ein Kleinod, aber für mich lohnte sich damit bereits die Reise in die Pfalz.

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ALVA Zigaretten

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Vor Kurzem ersteigerte ich im Ebay ein Zigaretten-Schild.
In Edenkoben überbrachte es mir ein Freund, weil eine Sendung von Deutschland nach Deutschland nicht nur sicherer sondern auch viel billiger ist.

Das Motiv gefiel mir eigentlich schon immer gut, es zeigt auf einfache Weise das Produkt, dicke Zigaretten (wenn auch übertrieben), mit oder ohne Goldmundstück. Das ALVA-Logo versinnbildlicht das orientalische des Tabaks. Ob der ägyptische Schütze zum Erscheinungsbild gehört, entzieht sich meiner Kenntnis.
Das Schild ist hochglänzend, die Farben top, inklusive Gold, es ist grösstenteils schabloniert und der Zustand kann mindestens mit einer 1 bezeichnet werden.

Obwohl ich mir bewusst bin, dass das Motiv nicht allen zusagt, war ich überrascht: Ich bekam das Schild zu einem läppischen Preis, denn ich gab die berühmten fünf Sekunden vor Schluss mehr als das Doppelte ein. Bei einem Maggi-Goldschatten wird gejubelt, obwohl die Grafik da eher zur einfachen Art gehört. Manchmal verstehe ich das nicht so ganz, auch wenn man sagt, es gäbe keine guten Schilder mehr für wenig Geld.

Nb. Die Bilder sind aus dem Ebay-Angebot, das Hintergrundgrün ist in natura weniger schreiend.

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ASCHENBECHER 7

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Es scheint, dass das Thema wieder anzieht. In der Wormser Auktion erzielte der Problem-Ascher 1700 Euro. Der Degussa Dentalmaschinen 550 und zwei andere immerhin 500 (ohne Aufgeld!).

Deshalb, aus sozusagen aktuellem Anlass, zwei Aschenbecher der besonderen Art:

Der erste kam von der Steingutfabrik Hornberg GmbH, Schwarzwald.
Steingut ist das Material aus dem Bierkrüge hergestellt sind. Der Aschenbecher scheint mir aber eher Porzellan oder Keramik zu sein. Die Form besteht aus einem einzigen Teil, was hohe Brennkunst ist. Die Verfärbungen im Material sind einmalig schön. Der Riss ist eingebrannt, er war bereits vor dem Brennvorgang vorhanden.
Auerhähne und -hühner sind fasanenartige Vögel, sie sind die grössten Hühnervögel Europas. Das Männchen ist markant grösser als das Weibchen. In Deutschland sind sie in den Alpen, im Schwarzwald, dem Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, Erzgebirge und im Harz ansässig. Weil sie fast überall vom Aussterben bedroht sind, sind sie streng geschützt.

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Der zweite stammt von der Firma „Frankonia Bootsimport Nürnberg“. Was ein wenig verwundert ist, dass in einer Stadt ohne Meer- und Seeanstoss ein Unternehmen Boote importiert. Laut Handelsauszug ist der Status mittlerweile gelöscht.
Der elegant und aufwendig gestaltete Aschenbecher ist zweiteilig. Das eine Teil symbolisiert Wasser, bzw. eine Welle, das andere Teil zeigt ein schnittiges Motorboot mit Aussenbordmotor. Es scheint, dass die beiden Teile in einem Vorgang gebrannt wurden und sich in der Hitze miteinander verschmolzen haben.

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Fahrrad NSU

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Nachdem hier schon ein paar Fahrräder vorgestellt wurden, wage ich es auch (bin offenbar nicht der einzige Spinner).
Ich habe zum Thema eine kleine Geschichte:
An der Börse ende letzten Jahres in Stuttgart-Fellbach, kam mein Tisch-vis-à-vis am Sonntagmorgen plötzlich mit einem alten NSU-Fahrrad in die Halle. Im absoluten Traum-Zustand null, alles original, ungebraucht – sozusagen neu. Zu meiner Überraschung stand es zum Verkauf. Gleich bildete sich darum herum ein kleiner Volksauflauf, alle staunten, alle hatten Freude daran, einige drehten damit eine kleine Runde (was in der grosszügigen Halle problemlos möglich war).
Laut dem Besitzer fand man kürzlich ein paar wenige dieser Fahrräder in einer kleinen Lagerhalle, alle in diesem perfekten Zustand, offenbar waren Luftfeuchtigkeit u.ä. ideal gewesen, kein Rost konnte sich entwickeln, kein angefressener Chrom, die Farben wie am Tag der Auslieferung (nb. es haben bereits alle einen Abnehmer gefunden).
Während des Tages nahm sicherlich jeder Aussteller – selbstverständlich auch ich -, das Rad mindestens einmal in die Hand, man begutachtete es von oben bis unten, von vorne bis hinten, man stellte Fragen, führte Gespräche. Und weil es so nah bei meinem Tisch stand, konnte ich die Szenen in der ganzen Zeit bequem beobachten. Viele Male schien es, als ob ein Verkauf kurz bevor stand, was mein Herz jeweils einige Takte schneller schlagen liess, aber niemand konnte sich dazu entschliessen, vielleicht wäre bei manchen der Heimtransport etwas problematisch geworden.
Nun, – lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich kaufte das Fahrrad!
Natürlich verfügt es nur über einen Gang, die Hinterbremse ist ein Rücktritt. Es hat viele kleine Details, die einfach nur schön sind. Über den Winter stand das Rad in unserer Garage, weil ich es nicht in grausiger Nässe und auf gesalzenen Strassen ausfahren wollte, aber als der Frühling kam … das war fast so, wie mit einem Cabriolet aus den 50ern.

Gesamtaufnahme

Gesamt

Rücklicht

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Klingeling

Klingel

 

Offenbar Weltmeister

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Windschneider

SchutzblechFigur

NSU-Emblem

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Emblem 2

Weltmeister

Handgriff / Sattel / Gepäckträger

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WIndschnittiger Kettenschutz

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Ascher 6 / 3

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Jim Beam
Diese Jim-Beam-Figur ist relativ bekannt, es gibt jedoch neuere und ältere Exemplare. Die Figur wurde in Deutschland gefertigt, sie ist aber in Ihrer Erscheinung sehr amerikanisch. (Die Flasche ist neueren Datums.) Auch diese Figur wurde meines Erachtens von Hand bemalt. Bemerkenswertes Detail ist der Gurt des Cowboys mit der goldenen JB-Schnalle.
Google: „Seit 1795 wird diese Whiskeysorte in der Jim-Beam-Destillerie in Clermont, Kentucky hergestellt. Begründer der Destillerie war der am 9. Februar 1760 geborene deutschstämmige Johannes Jakob Böhm, der sich später in Jacob Beam umbenannte. Der von ihm produzierte Whiskey wurde als bourbon bekannt, höchstwahrscheinlich benannt nach dem Bourbon County in Kentucky. Das Getränk wurde zunächst unter dem Namen Old Jake Beam aus der Destillerie Old Tub verkauft.
Jacobs Sohn David (1802–1854) und sein Enkel David M. Beam (1833–1913) expandierten und verlegten den Sitz an die neugebaute Eisenbahnstrecke nach Nelson County. Der Urenkel des Gründers, Colonel James B. Beam (1864–1947), baute nach der Prohibition die Firma 1933 in Clermont, Kentucky, nahe seiner Heimatstadt Bardstown wieder auf. Weitere Firmenchefs waren T. Jeremiah Beam (1899–1977) und sein Sohn James B. Beam Booker Noe (1929–2004).[1]
Der Sohn von Booker Noe, Fred Noe (1957) setzt die Familientradition fort und leitet heute das Unternehmen.“

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Ascher 6 / 2

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Hohner

Für mich mit zu den schönsten Aschenbechern gehört die Hohner-Reihe, obwohl sie nahe am Kitsch liegen. Der Aufwand zur Herstellung darf nicht unterschätzte werden. Vom Akkordeon-Spieler gibt es verschiedene Varianten, die sich leicht unterscheiden. Die Idee des Schwarzwald-Jungen nahm auch das Kaufhaus Wilhelm in Rosenheim auf.
Google: „Die Fertigung von Mundharmonikas in Trossingen hat 1832 mit Christian Messner begonnen. 1857 begann auch der Uhrmacher Matthias Hohner in seinem Wohnhaus mit der Herstellung von Mundharmonikas. Bis 1860 wurden die Mundharmonikas in reiner Handarbeit gefertigt, ohne jegliche maschinelle Unterstützung. Jedes Instrument wurde von Beginn bis zur Vollendung von einer Person alleine gefertigt. Der kontinuierliche Nachfragerückgang in der Musikinstrumentenindustrie seit 1986 veranlasste Hohner zu einem konsequenten Nischen-Marketing, indem sich das mittelständische Unternehmen auf sein Kerngeschäft in Mundharmonikas und Akkordeons konzentrierte.L1100687 L1100686

Schwarzwaldmädel

ASCHENBECHER 6

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Ich möchte wieder einmal ein paar Aschenbecher und etwas Porzellan vorstellen.
Eigentlich könnte man das Thema auch „Display“ nennen oder dreidimensionale Reklame, denn auch alle diese Figuren, die Ascher und Zahlteller dienten einem werblichen Zweck.

Rum Coruba
Der Aschenbecher ist dreidimensional „geprägt“ und alles scheint handbemalt. Ebenfalls der Wasserkrug, er hat auf den Seiten je eine Sommer- und Winter-Illustration, der Rum ist demnach in allen Jahreszeiten bekömmlich.
Die Flaschen waren mit Stroh verziert und der Zapfen ist ein geschnitzter Kopf, da wurden keine Aufwände gescheut.
Leider sind von diesem Motiv keine original-alten Emailschilder bekannt oder dann sind sie aus neuerer Produktion.
Google: „Der Rum Coruba wird auf Jamaika hergestellt, jedoch nicht dort vermarktet. Die Vermarktung erfolgt seit 1967 von Neuseeland aus. Der Rum wird im traditionellen jamaikanischen Verfahren hergestellt und in beiden Verfahren, im Pot-Still- und im Column-Still-Verfahren, destilliert. Danach ruht der Rum für mindestens zwei Jahre in erlesenen, kleinen Eichenfässern. Der Coruba Rum ist ein Blended-Rum, der aus verschiedenen ausgewählten Rumsorten vereint wird. Dafür steht das Solera-Verfahren, was bedeutet, dass die Rumfässer übereinandergestapelt werden und von unten nach oben die verschiedenen Rums miteinander verheiratet werden. Damit sind immer verschiedene Jahrgänge in einem Rum enthalten.“

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STILHAUS 18. April / 2

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Was mich nicht so freute:
Die „Szene“ war leider nicht so gut vertreten, wie jeweils in Dottikon.
Warum? Liegt es an der „Location“? Ist es „das Neue“? Es ist doch nur eine Börse in einem neuen, offenerem Rahmen.
Nun, vielleicht wars Zufall, vielleicht auch zu schönes Wetter.

Auf jeden Fall ist es für jeden Sammler bedauernswert, wenn er ein Schild wie das KOHLER verpasst, sei es auch nur, um es live erlebt und gefühlt zu haben, man muss ja nicht alles besitzen. Und um einen Schnapper zu machen gibt es wahrlich nichts besseres als Börsen, da tauchen immer wieder Objekte auf, die unterbewertet oder sehr tief angeschrieben sind, einfach weil sie der Anbieter nicht mehr mit nach Hause nehmen will.
Und was bei allen Börsen und Hocks unersetzlich bleibt:
Man trifft Gleichgesinnte, führt endlos Gespräche, spricht über Neuigkeiten, trinkt zusammen etwas (das ist im Stilhaus besonders schön), man hat einfach Spass!

(Achtung, Samstag, 9. Mai: Trödel-Treffen in Möhlin)

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STILHAUS 18. April

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Es passiert das, was wir von einer Ausstellung in diesem Umfeld erwarteten. Es kommen „fremde“ Stilhaus-Besucher an unsere Tische und es finden interessante Gespräche statt. Ein Herr stellte sich mir vor, „er sei schon immer ein Sammler gewesen und er könnte sich sehr gut vorstellen, in seiner Wohnung ein paar Schilder aufzuhängen, das würde sicher passen“ (ich dachte dann für mich: Soso, gleich ein paar …!).
Ich meine, wenn je Börse nur eine oder zwei Personen vom Virus angesteckt werden, ist das schon ein beachtlicher Erfolg und die Überlegungen zeigen sich als richtig.
Erfreulich waren für mich auch die Besucher aus Deutschland, die teilweise lange Anfahrtswege unter die Räder nahmen!
Das Angebot entsprach in etwa demjenigen des letzten Frühlings, allerdings wäre es sehr gut, wenn noch ein paar mehr Aussteller die Idee mittragen würden, leider „das Abwarten wie es sich entwickelt“ bringt uns nämlich nicht weiter.

Auf meine Fragen nach der Zufriedenheit beurteilen die Aussteller praktisch unisono die „Location“ (so sagt man das in Neudeutsch) als eine Klasse für sich, – das klang dann so: „Endlich eine Schilder-Börse in einem angemessenen Rahmen“ u.ä.. Zudem könne man mit der Ware sehr nahe zur Tür fahren, alles sei ebenerdig zu transportieren und Parkplätze habe es auch genug. Solche Bequemlichkeiten für die Aussteller sollte man ja nicht ganz ausser Acht lassen.
Wichtig für mich als Organisator ist vor allem die Meinung der Befragten, dieser Standort müsse unbedingt beibehalten werden.

Ich danke allen herzlich, die sich aktiv daran beteiligten und auch allen Besuchern!

Die Börse in Dottikon findet dieses Jahr am Sonntag, 29. November statt.

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Als Organisator einer Börse hat man im Vorfeld naturgemäss immer einiges um die Ohren, das und dies wartet auf Erledigung, letzte Anmeldungen kommen noch usw.. Einen Vorteil hat man jedoch, man kommt manchmal zu Informationen, die erst später bekannt werden. So bestellte ein mir bis dato unbekanntes Paar telefonisch einen kleinen Tisch.
Ich frage dann jeweils „beiläufig“, was sie denn so ausstellen wollen. Das ist nicht nur mit Eigeninteressen verbunden, hie und da stellen sich Leute unter „Reklame-Börse“ auch etwas Falsches vor, dann kann ich von einer Tischbestellung abraten. Das war aber dieses Mal nicht so. Die Dame der beiden beschrieb mir ein riesiges Schokolade-Schild von KOHLER, mit einem säenden Mann und einer Stadtsilhouette. Nach dem Gespräch zermarterte ich mir den Kopf, was denn das sein könnte … ein Schild, das ich nicht kenne, in diesem Format, Schokolade … verrückt!
Am Samstag kamen die beiden vor dem Ausladen zu mir an den Tisch, stellten sich vor (sympathisches welsches Paar mittleren Alters) und ich begleitete sie zum Auto. Sie öffneten die hintere Heckklappe und vor mir lag tatsächlich ein Schild, von dem ich bislang keine Ahnung hatte. Sicherlich konnte ich meine Überraschung nicht überspielen und wir redeten, redeten, auch über die Preisvorstellung und in Gedanken sah ich schon die herunter fallenden Kiefer der Sammlergemeinde. Für mich kam das Schild nicht in Frage, weil ich wirklich nicht wusste, an welche Wand es bei mir zu Hause kommen könnte, das muss einfach Platz haben!

Das Schild beim Ausladen.

Ausladen

Kaum in der Halle angekommen, bildete sich eine Traube von Leuten um das Schild. Fragen wurden gestellt, vor allem nach dem Preis – die Besitzer wussten, dass sie das nicht für ein Appel und ein Ei hergeben mussten -, es wurde diskutiert, begutachtet und genau untersucht.
Untersuchung

Wie man sieht, ist das Schild ein Grossformat, despektierlich sagt man dem ja „Planke“.
Für mich ist es ein kleines Rätsel, wie ein Schild in diesem Format über all die Jahre unentdeckt geblieben ist. Aber es wird nicht die letzte Überrschaung sein, die uns Schilderfreunde noch bevorsteht.
Die Silhouette zeigt übrigens die Stadt Lausanne und noch das:
Das Schild war innerhalb weniger Minuten verkauft!

Und weils so schön war, hier nochmals:

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Kleines OSRAM-Schätzchen

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(( Weil ich die Ebay-Ersteigerungen jeweils an eine deutsche Adresse senden lasse, dauert es manchmal eine Weile, bis die Objekte bei mir sind. ))

Nun ist dieses seltene, kleine – 19 x 34 cm – Osram-Schild eingetroffen.
Erstens ist es farblich in einem hervorragenden Zustand. Und zweitens ist es alt, 100%ig, denn die Machart ist schabloniert und – wichtiger – die Halbtöne sind ein Litho-Raster.
Der Bajonett-Anschluss deutet auf eine Auto-/Motorrad-Birne hin.

http://www.schilderjagd.de/osram-tuerschild-knaller/#comments

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ANIS DEL MONO

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Anis Del Mono heisst in deutsch etwa soviel wie „Anis (-Spirituose) des Affen“. Geschmacklich vergleichbar ist es mit dem französischen Ricard. Die Firma „Bosch“ wurde 1868 gegründet und stellt das Getränk seit jeher in Badalona her, das ist im Nordosten Spaniens, in der Nähe Barcelonas.
Im Google sind sehr viele Angaben darüber zu finden.

Zur Anwendung eines Äffchens gibt es zwei Theorien:
Einerseits hatte die Gründerfamilie Bosch einen Affen als Haustier, der sich auch in der Fabrik aufhielt und andererseits war damals die Evolutionstheorie Darwins sehr populär und wurde gerne karikiert.

Die Werbung war eine Trilogie, emailliert wurde jedoch nur eine Variante. In den Fassungen mit grünem und gelbem Hintergrund wurde auf die Stola nochmals der Produktename illustrativ eingefügt.

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Gestaltet wurde das Plakat von Ramon Casas. Er wurde 1866 im katalanischen Barcelona geboren und verstarb 1932 in der gleichen Stadt. Casas gilt als einer der bedeutensten spanischen Künstler des 20. Jahrhunderts. 1890 liess er sich mit Santiago Rusinol und Miquel Utrillo – beide ebenfalls arrivierte Kunstmaler – beim Pariser Montmartre nieder. In dieser Zeit wurde sein Schaffen u.a. stark von Henri Toulouse-Lautrec beeinflusst, was zweifelsfrei auf dem Anis Del Mono-Plakat erkennbar ist. Die Dame war die Mutter seines Freundes Utrillo, Suzanne Valadon, sie war ebenfalls Künstlerin, stand aber auch viel Toulouse-Lautrec und auch Edgar Degas (weltberühmter Ballet-Maler) Modell.
Das Emailschild wird in die Zeit um 1910 geschätzt, eventuell ist es auch ein paar Jahre älter.

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Die eigenwillige Flaschenform fand auch in der bildenden Kunst ihren Eingang. Die beiden Kubisten Juan Gris (Bild 1 und 2) und selbst Paplo Picasso setzten sie mehrfach künstlerisch um.

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Juan Gris ADM 2

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Juan Gris-anis-del-mono-1909