Archiv des Autors: Gastbeitrag

Über Gastbeitrag

Gästeschreiber, Finder, Jäger alter Reklameschilder wie Emailleschilder oder Blechschilder

Blaupunkt Kühlerschild 50er Jahre

Sehr geehrte Sammlerleute
anbei ein Foto eines Blechschildes, Pin-Up-Kühlerfigur der Fa. Blaupunkt, Original 50er Jahre, Maße: 45 cm hoch, 23 cm breit,
mit der Anfrage, ob dies für Sie für Interesse ist. Preisangebote bitte in Kommentare. Hat am Hals eine kleine Delle, siehe Rückseite und Kratzer in der Brust.

Mit freundlichen Grüßen

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von jens huebscher als original bestätigt.

Freies Schildertreffen in Dottikon

Eigentlich war die Börse terminiert, die Vorbereitungen dazu hätten bald begonnen. Aber wie schon letztes Jahr machte uns das C-19-Virus einen Strich durch die Rechnung. Die Eventualität auf ein Ansteigen der Infizierungen und die damit verbundenen Restriktionen durch den Staat, waren mir zu riskant.

Es wurde ein freies Treffen vorgeschlagen und die Reaktionen waren verblüffend. In Windeseile sprach es sich herum, ich erhielt sehr viele positive Feedbacks, Anfragen nach der Modalität usw..

Am letzten Sonntag war es soweit. Fast eine Stunde früher als angekündigt, fuhren die ersten Händler und Sammler vor, öffneten die Kofferraumtüren, lehnten Schilder neben die Autos und jemand aus dem Süden Deutschlands legte eine grosse Folie aus mit x Schildern.
Der Parkplatz stellte sich als ideal heraus und auch das Wetter machte mit.

Aber das Schönste war, dass ein Sammler ein kleines Tischchen aufklappte, um darauf gratis Kaffees zu offerieren. Und eine halbe Stunde später lagen von einem anderen Sammler noch Croissants neben den Kaffeekartons. Das war Spitze, freute uns alle über alle Massen. Herzlichen Dank den beiden Spendern!

Hier ein paar BIlder dazu.

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Heute mal ein Schild von Selecta Schuhcréme, Blechschild und Plakat

 Da ich immer Schilder suche mit Pagen, Rote Radler, Mohren und Arbeitern etc. kam mir dieses Exemplar wie gerufen. Noch nie gesehen und dankend von einem Sammler aus der Schweiz gekauft. Wer noch solche Schilder hat mit Mohren, Pagen etc. in Kommentare schreiben. Grüße Kunz

Interessant dabei ist, dass es sich um einen Plakat Entwurf vom großen Jules-Ami Courvoisier (CH, 1884 – 1936) handelt, das Plakat dazu findet sich hier:

https://www.emuseum.ch/objects/229177/schuhcreme-selecta–die-beliebte-marke?ctx=ea3659fb-238e-4df6-9a61-ec4712d85d23&idx=186

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Rheila Perle

sehr geehrte damen und herren .

möchte ihnen ein sehr seltenes stück reklame der bonner fa.rheila anbieten.

rheila glasschild um 1925 , im rahmen , 47 cm x 35 cm ,

malerei sehr gut erhalten , originaler rahmen aus der zeit , mit leichten gebrauchsspuren . rückseite pappe erneuert . hersteller signatur unten rechts , glasplakatefabrik offenburg . sehr selten zu finden , weil

glasschilder sehr selten “ überlebt “ haben .  preis in kommentare bitte.

Halbe Sachen

Liebe Schildersammlergemeinde, wir haben uns entschlossen nun die Geschichte der „halben Sachen“ zu veröffentlichen und hoffen, dass es Euch wieder soviel Freude bereitet als unsere erste gemeinsame Geschichte.

Halbe Sachen

Ich weiss nicht ob ich es schon mal erzählt habe, aber ich durchstreife gern die Lande und bin da der Typus der eine Landstraße einer Autobahn und eine Ortsdurchfahrung einer Umgehungsstraße vorzieht.
Und so kam es, dass ich in diesem Sommer, naja an dem einen warmen und sonnigen Samstag den wir hatten, mit meinem Auto (ausnahmsweise nicht im Team mit meinen Söhnen) durch das schöne Bayern kam. Ich denke ihr wisst was ich meine wenn man seinen „Scanblick“ anwendet und im vorbeifahren jedes Haus, jeden Hof, jeden Schuppen als einen Ort an dem irgendwann mal ein Schild hing oder als einen Ort der eines noch verbirgt beäugt und dabei Gefahr läuft, angehupt oder als Verkehrshindernis angesehen zu werden.
Bei dieser Tour wusste ich zumindest, dass es vor Jahren hier eine Eisenbahnlinie gab und man nach derem Rückbau die Bahnhöfe verkauft oder aber mangels Käufer sich selbst überlassen hatte. Und so war es auch in diesem Ort, in dem ich halt machte. Das ehemalige Bahnhofsgebäude machte einen sehr bemitleidenswerten Eindruck. Die Fenster eingeschlagen, teils verbrettert, die Regenrinnen abmontiert, eingewachsen. Angebaut an das Bahnhofsgebäude der Güterschuppen. Zunächst besah ich mir diesen von der Laderampe am ehemaligen Gleis an und dann von der Ladestraße aus. Und siehe da, das Schiebetor stand auf…
Als ich die Halle betrat war diese leer. Kleinteiliger Müll auf dem Boden verteilt und alles mit einer ordentlichen Staubschicht bedeckt. So stand ich da und betrachtete mit zusammengekniffenen Augen die Szenerie. Hier muss doch was sein. So ganz leer…vielleicht hat man etwas mal an die Bretterwände genagelt….nein…Speicher gibt es keinen…man sah die Unterseite der Dachplatten wenn man zur Decke schaute…
Moment…die Laderampe ist überdacht und hat einen Dachstuhl. Dieser ist von unten verbrettert also muss es doch einen kleinen Speicher wie bei einem Giebel geben. Ah da, über dem Schiebetor das zu den Gleisen führte. Puh das ist aber hoch. Keine Leiter, na dann hilft nur klettern. Gesagt getan. also Fuß auf nen Querbalken die Hände an die Laufschiene des Schiebetors und dann hochgezogen.
Und dann Auge in Auge mit dem Salamander:

Kennt ihr das Gefühl? Diese Mischung aus: gibts doch gar nicht und ich hab`s doch gewusst. Als ich da so hangelte realisierte ich dass der Salamander quasi vorne zusammen und hinten auseinander war. Also das hintere Drittel fehlte. Mist. Ist das vielleicht noch da? Unter der Staubschicht sah plötzlich jedes Brett wie das fehlende Teil aus, aber das da drüben könnte es doch sein oder. Den Bretterboden zu betreten habe ich nicht gewagt. Also erstmal den Salamander mit einer Hand langsam so weit es ging zu Boden lassen und parallel dazu absteigen und auf der anderen Seite des Tors wieder aufsteigen. Als ich das Fragment soweit sicher am Boden hatte, ging ich zur anderen Seite. Ich stieß dabei mit meiner Fußspitze ein Blech das man am scharrenden Geräusch sofort erkannte….

Vielleicht doch mal umdrehen:

Ja was war das denn? Ein altes Blechplakat dessen Ansicht eines Dampfers und Palmen nicht komischer hätte sein können in dieser Gegend im Nirgendwo.
Und siehe da auch hier hatte jemand die Blechschere angesetzt und quasi die Fläche auf dem die Fahrpläne angeklebt wurden abgetrennt. Bis auf ein kleines Stück, dass die Reiseziele noch offenbarte:

Leider habe ich die fehlenden Teile nicht mehr entdecken können. Aber trotzdem haben beide Stücke inzwischen einen guten Platz gefunden.
Das Schild der „HAMBURG SÜD“ fasziniert mich. Es ist ja eindeutig ein Vorkriegsschild (die Cap Arcona wurde 1945 versenkt) und hat somit fast 100 Jahre auf seine Entdeckung in der bayrischen Provinz gewartet. Ich stelle mir die großen Augen der Landbevölkerung 1929 vor wenn sie den Fahrplan gelesen haben mochten. Mit Namen von Städten die auf sie wie ein Traum gewirkt haben mögen.

erster Teil „Häuserritze“

Liebe Schilderjäger*Innen, da wir eine Gleichstand bei drei Geschichten hatten, haben wir das Los entscheiden lassen. Und es fiel auf Geschichte 2 – die Häuserritze.

Bei einem Sonntagsspaziergang im Herbst vergangenen Jahres überredeten mich Lorenz und Conrad, meine Söhne, doch einen Abstecher zu einem verlassenen Bahnwärterhäuschen zu machen. Es wäre halt so spannend auf dem alten Gelände zu stöbern. Naja was soll ich sagen: gibt doch nix besseres für einen Sonntag. So stapften wir über moosbewachsene Treppen, verwilderte Gartenbeete und zugewachsene Obstgärten. Bis einer der beiden sagte: „da steht Maschinen“.
Wie ferngesteuert folgte ich dem Instinkt und der wegweisenden Ansage meines Sohnes zu einem offenstehenden, halb verfallenen Holzschuppen. Und man stelle sich vor, die Innenwände, ja sogar der Boden waren mit Blechschildern der Landmaschinenfirma Schmotzer benagelt. Der größte Teil war leider halb zerschnitten oder eben schon komplett zu Rost zerfallen. Und so zerrten wir (da wir kein Werkzeug dabei hatten) eines der einigermaßen gut erhalten Schilder als Souvenir vom Bretterverschlag und kehrten nach Hause zurück.
Irgendwie liess uns der Gedanke an diesen Schuppen und ob wir vielleicht doch etwas übersehen haben nicht mehr los. Waren da nicht auch Schrebergärten nebenan? Aber die wurden doch vor Jahren schon mal „plattgemacht“. Inzwischen wieder dicht mit jungen Bäumen bewachsen. Aber was, wenn da doch noch eine Beeteingrenzung aus Emaille zurück geblieben ist? Oh man, wir müssen da wieder hin. Gesagt, getan. So durchkämmten wir an einem regnerischen Novembersonntag diese Gärten. Voller Vorfreude aber ohne Erfolg. Oh Mann. Nach der erfolglosen Pirsch wollten wir wenigstens noch dem „Schilderschuppen“ einen Besuch abstatten. Als wir vor Ort waren fiel uns auf, dass dieser dicht aber nicht komplett an eine alte Garage angebaut war. Und schon war unsere volle Aufmerksamkeit auf diesen ca. 25 cm breiten Spalt gerichtet.

 

 

Ziemlich duster da drin. Was ist das? Ein Schild? Nein eine Steinplatte. Und das? Das hat jetzt eine Schraublasche…..dann ist das kein Stein….Was ist es? Roch es nicht plötzlich nach Email? Oh Herr hoffentlich reicht meine Armlänge um dieses etwas ans Tageslicht zu befördern. Noch ein Stück, ein kleines Stück, zwei Zentimeter. Ich habe die Kante. Ich ziehe an und:

Und da war es. Ein Schild der DER, der deutschen Eisenbahnreklame, ein echtes Großformat, 118

x 77 cm stand vor uns.
Faber Castell.
Jeder der schon ein Schild in freier Wildbahn gefunden hat dürfte dieses Gefühl kennen. Eine Mischung aus „ist das ein Traum“ und „Adrenalin“ und „wie schaffe ich das jetzt nach Hause“. Doch zuvor wurde nochmal intensiv die Häuserritze begutachtet. Und siehe da, auch die Außenwand zierten Blechschilder der Landmaschinenfabrik Schmotzer. Eines schien gut erhalten, war aber mit der Schriftseite nach unten verbaut. So mussten wir es erst mühsam herauszerren und weghebeln um nun auch dieses Teil, eine andere Variante als die die wir beim ersten mal mitgenommen hatten, zu unserer Beute dazu packen zu können.

Und so verbrachten wir den Sonntagnachmittag bei der zweitschönsten Beschäftigung: dem Schilderputzen.
Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann:

Wir hoffen Euch hat das Lesen dieser Geschichte soviel Freude bereitet wie uns das finden.
Es grüßen Euch
Thomas, Lorenz und Conrad

Liebe Schilderjäger,

ich habe vor 10 Jahren hier zuletzt etwas gepostet. Und ich dachte ich sei die letzten Jahre durch lange Therapien und teure Sitzungen von meinem Virus befreit worden. Allerdings stelle ich fest, dass ich den Virus bereits weitervererbt habe, und ich quasi hierdurch wieder infiziert wurde. Und was soll ich sagen: ich wurde auch rückfällig. Mein Sohn Lorenz meinte nämlich irgendwann ohne böse Hintergedanken ob wir mal zu einem verlassenen Bahnwärterhäuschen gehen sollten. Unterstützt wurde der Vorschlag von seinem Bruder Conrad. Und so entfachte das Fieber von Neuem.
Wenn Euch interessiert was wir in den letzten Monaten erlebt haben, dann wählt mit welcher Geschichte über wiederentdeckte Schilder es losgehen soll:
1) Der Gartenzaun
2) Die Häuserritze
3) Der Kompost
4) Auf Feld und Flur
5) Halbe Sachen

Einfach die Nummer in die Kommentare schreiben.
Auf ein bisserl Spass und Spannung
Thomas Lorenz und Conrad