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Gästeschreiber, Finder, Jäger alter Reklameschilder wie Emailleschilder oder Blechschilder

Angebot: Bauer Bier Konvolut aus dem Familienbesitz der Nachfahren des Brauerei Besitzers Hans Bauer

Die Geschichte einer Brauerei und u.a. deren Abwicklung/Zerstörung durch westliche „Hyänen“ nach 1989. Die Schilder sind zu verkaufen und können auch in Sachsen abgeholt werden.

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Lesenswert 📖📖

Die Brauerei wurde über den WK I und II von den Söhnen des Gründers bis zu deren Tod 1951/2 weitergeführt.

Dann erfolgte die Leitung durch die Frau des Fritz Bauer und Margarete Gappisch geb. Bauer.

Der Sohn des Fritz Bauer, der seine Ausbildung zum Dipl. Braumeister beendet hatte, trat er 1965 als Komplementär in die Firma ein und führte sie bis zu seinem Tod 2009.

Entwicklung der Brauerei ab 1931

– Bau des neuen Sudhauses 1933/34

– Kauf des Nachbargrundstückes zur Erweiterung der Brauerei

– Grosse Schäden durch Bombenterror bei mehreren Luftangriffen im WK II

– Verhaftung von Fritz und Ernst Bauer durch den GPU, beide kamen frei durch die Fürsprache der in der Brauerei beschäftigten Kommunisten. Beide waren nicht Mitglieder der Partei.

– Beginn der Produktion 1946 ( farbliche Behandlung mit Silberbronze der 4  Sudkessel um sie vor der Demontage zu retten )

– Vertrieb der Biere erfolgte mit 3 Elektro LKW ,die nachts im eigenen Kraftwerk geladen wurden, 2 MAN Diesel und 4 Pferdefuhrwerken

– 1957 musste eine sogenannte “ staatl. Beteiligung “ von 49 % aufgenommen werden

– 1966 Erweiterung der Fassbier und Flaschenbierproduktion

– 1968 Umstellung der Energieerzeugung auf Heizöl als erste Brauerei in Sachsen

– 1972 Enteignung der Brauerei, firmiert nun als Turmbräu Leipzig im Getränkekombinat Leipzig

– 1973 Ölkrise, Sperrung des Täubchenwegs vor der Brauerei, Aufstellung eines Heizkessels  mit Kohlelager zur Dampferzeugung (sehr grosser Imageschaden für die Brauerei )

– 1975 Demontage  des Heizkessels und Bau einer Umformerstation für Fernwärme auf dem Gelände des Freisitzes

– 1975 Demontage der beiden Dampfmaschinen und des Generators Baujahr 1905, dem Technischen Museum in Dresden angeboten. Die Kosten sollten vom Getränkekombinat getragen werden, aber abgelehnt.

– 1980 Volle Auslastung des Sudhauses im Dreischichtsystem, da die Kapazität des Sudhauses die der anderen Brauereien in Leipzig übertraf.

Die fertigen Sude wurden mit Tankwagen abtransportiert. Im Ergebnis wurde das Sudhaus brutal auf Verschleiss gefahren.

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Pappschilder

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Hier noch eine Information :

Da ich selbst von 1990 bis 1996 in der Brauerei tätig war und ein sehr gutes Verhältnis zu meinem  Großcousin hatte führte er mich in die Geschichte der Brauerei ein und das Brauen des Bieres.

Meine Tätigkeit als Gesellschafter in den ersten 2 Jahren waren die Verhandlungen mit der Treuhand, Rückführung der enteigneten Grundstücke/Häuser mit Gaststätten. Prägende Erlebnisse waren wenn ich mit  Hans Bauer in der Treuhand Leipzig war, zeigte er mir die Verhandlungspartner der grossen Leipziger Firmen  Kombinatsdirektoren, BGL und Parteisekretäre die ihre Betriebe verhöckerten. Ein gängiger Spruch war “ mit einem 500ten Trabant vorgefahren und mit S- Klasse den Parkplatz der Treuhand verlassen.  Zu dem Problem des trüben Bieres in der DDR, Jeden Donnerstag mussten die Brauereien an die Bezirksleitungmelden wie alt die Menge des Bieres in den Lagertanks war und je nach Lage kam die Weisung ABFÜLLEN obwohl die Reifung noch nicht abgeschlossen war. Die Filtrationstechnik war auch mangelhaft es wurde Asbest eingesetzt da Kieselgur nur den Exportbierbrauereien zur Verfügung stand.

Ein Spruch meines ehemaligen Chefs ist mir heute noch in Erinnerung , Das deutsche Reinheitsgebot wurde immer in den DDR Brauereien eingehalten !!! Das Gerücht  mit Galle wurde das Bier behandelt um die Bittere zu bekommen wenn die Alphawerte des Hopfens nicht ausreichten, war eine lancierte Information um die sogenannten besseren Westbiere zu forcieren. Schockierend war mein Ausflug nach Barby/Elbe in das Grundbucharchiv, dem alle Grundbücher der DDR in mehr oder weniger feuchten Kellerräumen lagerten, um nachzuweisen das die Immobilien der Brauerei uns schon vor 1934 gehört haben. Nachdem ich die sehr beschädigten Folianten endlich vor mir liegen hatte , alles in Sütterlin. Eine sehr hilfsbereite Mitarbeiterin half mir und zeigte mir einen grossen Raum mit 6 großen Tischen auf denen sich die Folianten stapelten. Meine Frage was passiert hier ?

Sie sagte : O-Ton : “ hier sitzen die Hyänen die die Hungerzone aufteilen, alles Rechtsanwälte aus dem Westen die recherschieren  wem was gehört und dann die Erben kontaktieren und über den Tisch ziehen „. (so jetzt habe ich etwas Luft abgelassen )

– 1981 -1988  kaum Neuinvestitionen in die Brauerei, da das Getränkekombinat keine Notwendigkeit sah und sich, nach meinen internen Informationen, voll auf den Hans Bauer den Betriebsleiter verlassen konnte, da er den Betrieb seines Grossvaters nicht total verkommen lassen wollte.  Da die Brauerei bis dato nur das Flaschenbier und die Limonade in 0,33l Steiniflaschen abfüllte, kam die Entscheidung auf dem freien Grundstück östlich der Brauerei, über die Sporstrasse früher Kurzestrasse, eine neue Abfüllanlage für 0.5l Flaschen zu bauen. Die Investition war bestätigt und für das II. Quartal 89 genehmigt. Doch dann kam die “ Wende „, ich sage immer ein Umsturz, 1945 war schon mal ein Umsturz, was daraus geworden ist sehen wir ja an der Aktuellen Situation !!!

– 1991  “ Kriegswirren “ im ganzen Neufünfland. Da meine alte Tätigkeit als Hauptmechaniker in Köthen durch den Verkauf des VEB Geflügelwirtschaft Köthen an einen Holländer beendet wurde ging ich nach Leipzig als Reprivatisierer und später in das Marketing bis 1996.

– 1992 Konsolidierte sich die Brauerei langsam ohne die Vorwende Ausstoßzahlen zu erreichen. Der Wettbewerb war brutal, wir waren die einzige sächsische Brauerei ohne Westbeteiligung entsprechend auch die Methoden der Mitbewerber. Die Bildzeitung brachte die Schlagzeile “ Gift im Leipziger Bier “ lanciert von einem westdeutschen Biergroßhändler,der so gegen die Leipziger/Ostdeutschen Brauereien vorgegangen ist. In Leipzig gab es eine Firma für Fensterputzmittel und eine Reinigung die FCKW im Produktionsprozess verwendete, wie es damals war liefen wahrscheinlich einige Mengen in den Erdboden. Wir konnten nachweisen, mit vielen Proben die wir in Weienstephan der Brauereiuniversität machen ließen,dass wir nicht betroffen waren. die Gegendarstellung waren 5 Zeilen auf der 6. Seite.

Schwierig waren auch die sogenannten Listungsgespräche mit Kaufland, Globus, Edeka,Metro und Konsum Leipzig. Ein Beispiel : Wir hatten 4 Biersorten um Globus zu beliefern wurden WKZ werbekostenzuschläge fällig. Für jeden Europalettenstellplatz im Getränkemarkt wurden 5000 DM p.A voraus fällig sowie Zahlungen für die wöchentlichen Werbezeitungen und das bei allen Händlern. Kaufland forderte zum Sommerfest jedes Jahr ein Bierzelt mit 100 Sitzplätzen und 10hl Bier, das Verkaufspersonal wurde von Kaufland gestellt und die Erlöse von Kaufland  einbehalten. Das war Normalität im Handel und für und sehr schwer zu händeln. Treue Kunden waren die Leipziger Studentenklubs.

– 1996  Musste ich aus familiären Gründen zurück nach Köthen, wir haben uns am Telefon darüber unterhalten.

–  2008 Erkrankte Hans Bauer sehr schwer (Krebs) und seine Witwe auch als Buchhalterin in der Brauerei tätig wickelte die Brauerei ab.

–  2010 verkaufte sie das Grundstück an eine westdeutsche Immobilienfirma die Eigentumswohnungen in den Gebäuden errichtete. Hier wurden auch einige Schilder entdeckt.

Sehr gut sichtbar bei GOOGLE maps street view. Auf dem Sudhausdach hat sich der Architekt eine Wohnung in 36m Höhe eingerichtet.

Das Emailschild

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Pappschild

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Blechschild

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