erster Teil „Häuserritze“

Liebe Schilderjäger*Innen, da wir eine Gleichstand bei drei Geschichten hatten, haben wir das Los entscheiden lassen. Und es fiel auf Geschichte 2 – die Häuserritze.

Bei einem Sonntagsspaziergang im Herbst vergangenen Jahres überredeten mich Lorenz und Conrad, meine Söhne, doch einen Abstecher zu einem verlassenen Bahnwärterhäuschen zu machen. Es wäre halt so spannend auf dem alten Gelände zu stöbern. Naja was soll ich sagen: gibt doch nix besseres für einen Sonntag. So stapften wir über moosbewachsene Treppen, verwilderte Gartenbeete und zugewachsene Obstgärten. Bis einer der beiden sagte: „da steht Maschinen“.
Wie ferngesteuert folgte ich dem Instinkt und der wegweisenden Ansage meines Sohnes zu einem offenstehenden, halb verfallenen Holzschuppen. Und man stelle sich vor, die Innenwände, ja sogar der Boden waren mit Blechschildern der Landmaschinenfirma Schmotzer benagelt. Der größte Teil war leider halb zerschnitten oder eben schon komplett zu Rost zerfallen. Und so zerrten wir (da wir kein Werkzeug dabei hatten) eines der einigermaßen gut erhalten Schilder als Souvenir vom Bretterverschlag und kehrten nach Hause zurück.
Irgendwie liess uns der Gedanke an diesen Schuppen und ob wir vielleicht doch etwas übersehen haben nicht mehr los. Waren da nicht auch Schrebergärten nebenan? Aber die wurden doch vor Jahren schon mal „plattgemacht“. Inzwischen wieder dicht mit jungen Bäumen bewachsen. Aber was, wenn da doch noch eine Beeteingrenzung aus Emaille zurück geblieben ist? Oh man, wir müssen da wieder hin. Gesagt, getan. So durchkämmten wir an einem regnerischen Novembersonntag diese Gärten. Voller Vorfreude aber ohne Erfolg. Oh Mann. Nach der erfolglosen Pirsch wollten wir wenigstens noch dem „Schilderschuppen“ einen Besuch abstatten. Als wir vor Ort waren fiel uns auf, dass dieser dicht aber nicht komplett an eine alte Garage angebaut war. Und schon war unsere volle Aufmerksamkeit auf diesen ca. 25 cm breiten Spalt gerichtet.



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Ziemlich duster da drin. Was ist das? Ein Schild? Nein eine Steinplatte. Und das? Das hat jetzt eine Schraublasche…..dann ist das kein Stein….Was ist es? Roch es nicht plötzlich nach Email? Oh Herr hoffentlich reicht meine Armlänge um dieses etwas ans Tageslicht zu befördern. Noch ein Stück, ein kleines Stück, zwei Zentimeter. Ich habe die Kante. Ich ziehe an und:

Und da war es. Ein Schild der DER, der deutschen Eisenbahnreklame, ein echtes Großformat, 118

x 77 cm stand vor uns.
Faber Castell.
Jeder der schon ein Schild in freier Wildbahn gefunden hat dürfte dieses Gefühl kennen. Eine Mischung aus „ist das ein Traum“ und „Adrenalin“ und „wie schaffe ich das jetzt nach Hause“. Doch zuvor wurde nochmal intensiv die Häuserritze begutachtet. Und siehe da, auch die Außenwand zierten Blechschilder der Landmaschinenfabrik Schmotzer. Eines schien gut erhalten, war aber mit der Schriftseite nach unten verbaut. So mussten wir es erst mühsam herauszerren und weghebeln um nun auch dieses Teil, eine andere Variante als die die wir beim ersten mal mitgenommen hatten, zu unserer Beute dazu packen zu können.

Und so verbrachten wir den Sonntagnachmittag bei der zweitschönsten Beschäftigung: dem Schilderputzen.
Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann:

Wir hoffen Euch hat das Lesen dieser Geschichte soviel Freude bereitet wie uns das finden.
Es grüßen Euch
Thomas, Lorenz und Conrad

7 Gedanken zu „erster Teil „Häuserritze“

  1. Bodensee

    Hallelujah, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Endlich mal wieder ein schöner Bericht der Seite paßt. Würde mich freuen wenn noch weitere Geschichten folgen, weiter so, Hut ab.

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    1. Thomas Rein

      Hallo und vielen Dank für das freundliche Feedback
      Das motiviert uns natürlich auch unsere weiteren Erlebnisse mit Euch zu teilen. Viele Grüße

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    2. Schildersammlung

      Wunder ? Übertreiben müssen wir nun auch nicht wieder. Schilder finden ist eine tolle Sache. Für umsonst besser geht es nicht, aber diese Exemplare sind leider nur von wenigen Sammlern geschätzt. Weiterhin viel Glück vielleicht auch mal was Dickes.

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  2. Christian

    Sehr schön.. dass meine Wunschgeschichte zuerst kam:-) … und auch dann vom Text und denBildern! Bin gespannt auf die Texte und Bilder von den anderen Geschichten.

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  3. Rainer

    Nichts für ungut, aber müssen wir im Internet jetzt beim Sammeln auch mit umstrittenen linksorientierten Gender Sternchen anfangen, als würden wir keine anderen Sorgen haben ? Wohin das alles führt sehen wir in Kabul. Trotzdem alles Gute und weiter so.

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  4. Chris

    Hallo Thomas,
    vielen Dank für Deinen anschaulichen Bericht!
    Ich erinnere mich noch lebhaft an meine diversen Schildersuchen Mitte der 80er.
    Zu Anfang fand ich an einer Scheune ein total verrostetes Bierschild, bei dem die Emailleschicht vielleicht noch zur Hälfte vorhanden war.
    Mein Besitzerstolz war trotzdem grenzenlos und neben dem Finden hat anschließend das Putzen einen Riesenspass gemacht.
    Ich wünsche Dir und Deinen Söhnen fette Beute und freue mich schon auf den nächsten Bericht.
    Viele Grüße aus Mitteldeutschland
    Chris

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