Der Litho-Stein zum Schild!

Manchmal gibt es im Sammlerleben schon schöne kuriose Zufälle. Letzten Samstag konnte ich bei Micky ein Chaudfontaine-Schild von 1933 (Emaillerie Belge) ergattern, worüber ich mich schon sehr gefreut habe, da ich die Motive von Jean d’Ylen einfach klasse finde.

Ein paar Tage später durfte ich dann unerwartet den orginal Lithographiestein genau dieses Schildes im Ausstellungsraum der Emaillerie Belge in Brüssel bewundern. Wie man sieht, wurde die Taube aus dem Glas, sowie ein Teil des Flaschenetikettes und der untere Teil des Kronkorkens als Schwarz-Weiß (genauer gesagt Grau-Weiß) Lithographie gemeinsam zunächst auf Papier und dann auf das Schild aufgebracht. Hierzu wurde der Stein mit Farbe eingepinselt und so abgewischt, dass in den Vertiefungen die Farbe verblieb. Anschließend wurde das Motiv auf Papier gepresst und somit übertragen. Das so bedruckte Papier wurde auf das Schild aufgelegt und bei 800 Grad in den Ofen geschoben – das Papier verbrannte und die Farbe wurde einemailliert.

Leider sind viele der Lithographiesteine berühmter Schilder verloren gegangen, da man ihnen früher keine Beachtung schenkte. Manche wurden stapelweise zur Errichtung von Gartenmäuerchen etc. verwendet und dabei weitestgehend zerstört oder einfach als Bauschutt weggeworfen. Heute sind sie, wie die Schilder auch, sehr gesuchte Sammlerobjekte, denn es gab ja pro Schildmotiv nur einen.

Kennt oder besitzt noch jemand von Euch Lithographiesteine von Emailleschildern? Falls ja, wäre es toll, wenn ihr die hier mal zeigen würdet.

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4 Gedanken zu „Der Litho-Stein zum Schild!

  1. berlinschilder

    lithosteine wurden auch, nach erfolgtem druckauftrag, schlicht und einfach wieder abgeschliffen für das nächste motiv. irgendwann kamen ja die meisten motive „aus der mode“…
    die steine waren ja nicht billig! urspünglich durchaus 6-8 cm stark, waren sie am ende ihres lebens oft nur noch 3 cm, dann wuchs die bruchgefahr. so findet man manchmal die „dünnen platten“ mit motiven für etiketten oder auch kleine schilder, weil sie nicht mehr verwendungsfähig waren.

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    1. Senfsemmel

      Hatte mal den Stein zu den Flaschenettiketten zum Bären-Bräu von Ludwig Holwein. Hin und wieder kommt sowas vor.

      Im Übrigen sind im Moment ein paar Lithos mit franzäsischer Cognac-Reklame in der deutschen Bucht unterwegs.

      Schöner Bericht übrigens!

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  2. Börse DOTTIKON

    Sehr schöner Bericht! Das geht in die Tiefe der Materie.
    Es stimmt haargenau, wie das «Berlinschilder» beschreibt. Und man muss sich vorstellen, dass auch die meisten alten, grossformatigen Plakate so gedruckt wurden. Da war das Handling alles andere als einfach und wenn hie und da beim Ablegen ein paar Finger dazwischen kamen, gabs schöne und vor allem laute «Konzerte» (erzählte mir einmal Herr Trüb von der Trüb-Druckerei in Aarau).

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