krimi … riedstern schwarzenburg gegen weissenburger mineral

hallo zusammen

da wollte ich doch kurz mal googeln was es mit der firma riedstern und warum diese schilder doch recht selten sind auf sich hat , wenn sie auch nicht sehr alt sind….. nun habe ich eine intressante geschichte respektive einen krieg welcher bis vor das bundesgericht (höchste schweizer gerichts instanz) gezogen wurde…… gefunden

hier die bilder:

img_0842.jpg

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als kläger

img_0841.jpg

als beklagter:

hier der ganze gerichtstext (liest sich fast wie ein krimi) 🙂 :

http://www.polyreg.ch/d/informationen/bgeleitentscheide/Band_82_1956/BGE_82_II_346.html

und hier zwei auszüge:

Die Beklagte dagegen ist erst unmittelbar vor dem Prozess, im Jahre 1954, dazu übergegangen, zur Kennzeichnung ihrer Erzeugnisse die Bezeichnung „Schwarzenburger“ zu verwenden. Dass sie schon vor 1954 gelegentlich in Inseraten darauf hinwies, das von ihr vertriebene Mineralwasser stamme aus Schwarzenburg…

und zur fast gleichen schrift von weissenburger / riedstern….. ??????

Zudem wird der Charakter der lateinischen Druckschrift auf den Etiketten der Beklagten dadurch verwischt, dass die einzelnen Buchstaben nicht genau gleich hoch sind und nicht auf einer Linie stehen. Das bewirkt eine Unregelmässigkeit des Schriftbildes, welche dieses demjenigen der gotischen Schrift annähert. Für die sonstige Beschriftung der Etikette hat die Beklagte wie die Klägerinnen lateinische Buchstaben verwendet. Die Wahl einer andern Schriftform für die Sortenangabe Frambo, Citro, Ora schafft einen Gegensatz zur lateinischen Schrift des Namens „Schwarzenburger“, die ein Gegenstück bildet zu der Gestaltung der Etiketten der Klägerinnen, auf denen der Namen „Weissenburger“ gotisch, die Sortenbezeichnung Himbeeraroma usw. in lateinischer Schrift angegeben sind.

das urteil:

In Gutheissung der Hauptberufung und Abweisung der Anschlussberufung

wird das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dezember

1955 wie folgt abgeändert:

a)  Es wird festgestellt, dass

aa)  der Vertrieb von Tafelwasser mit Zitronenaroma, Himbeeraroma

und Orangenaroma unter Verwendung der gelb/weissen, rot/weissen und

orange/weissen Etiketten mit schwarzem Text durch die Beklagte,

bb)  die Verwendung der Bezeichnung „Schwarzenburger“ auf den

vorerwähnten Etiketten und überhaupt zur Kennzeichnung für die Produkte

der Beklagten, unlauterer Wettbewerb ist.

b)  Der Beklagten wird untersagt,

aa)  für ihre Tafelwasser mit Zitronenaroma, Himbeeraroma und

Orangenaroma gelb/weisse, rot/ weisse und orange/weisse Etiketten mit

schwarzem Text zu verwenden, sowie Reklameplakate in dieser Form zu

benützen,

bb)  die Bezeichnung „Schwarzenburger“ zur Kennzeichnung ihrer

Erzeugnisse zu verwenden.

c)  Die Beklagte wird verpflichtet, an die Klägerinnen Fr. 2000.– als Schadenersatz zu bezahlen.

ich sehe wirklich nur wenige gleiche punkte….. aber da verstehe man die obrigkeiten, beides ortschaften mit mineralquellen beide sehr nahe bei einander….

man überlege und staune…. orange etiketten für etwas das mit orangen zu tun hat, rot für himbere, und gelb für zitrone…… was nur logisch und alltäglich ist wurde damals der konkurenz verboten unglaublich

anhand der texte nehme ich an, dass dass die emailschilder 1954 hergestellt wurden und um 1955 – 56 abgehängt und wohl vernichtet werden mussten, daher sieht mann diese wohl selten bis nie, und wenn was auftaucht sind es wohl meist ungehangene welche irgend in einer ecke überlebt haben.

shörlock mätu holm’s  wünscht euch ein klagenfreies wochenende 🙂

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2 Gedanken zu „krimi … riedstern schwarzenburg gegen weissenburger mineral

  1. Jens

    Interessant, Ist ja wie bei Mampe gewesen, ja wer den besten Anwalt hat, hat die besten Argumente um den „Richter“ zu überzeugen da wird dann die oranga Farbe der Orange schnell mal geschützt, das mit dem Schriftbild ist auch gut irgendwie absurd 🙂

    Antworten
  2. maurer

    Ist doch bis heute so geblieben, jeder „Schrieps“ wird vom Anwalt geprüft bevor er das Haus der Firma verlässt.

    Antworten

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